Im Glanz der Nobelpreise

Eine Wissens- und Kulturgeschichte zwischen Bayern und der Welt
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Bayern im Buch-Rezension
Bayern und die Nobel-Weltgeltung.
Als im Jahr 1901 die ersten Nobelpreise verliehen wurden, ging der Preis für Physik an Wilhelm Conrad Röntgen, der an den Universitäten von Würzburg und München forschte und die X-Strahlen entdeckte. 1902 ging der Preis für Chemie an Emil Fischer, der in München, Würzburg und Erlangen wissenschaftlich gearbeitet hatte. Ein dritter naturwissenschaftlicher Nobelpreis, der für Medizin oder Physiologie, ging 1930 an den Wiener Karl Landsteiner, der in seiner Frühzeit auch mal in München und Würzburg studiert hatte. Den ersten deutschen (bayerischen?) Literatur-Nobelpreis bekam 1910 Paul Heyse und der erste „bayerische“ Friedens-Nobelpreis ging 1927 an den Historiker, Publizisten und Politiker im ersten Bayerischen Freistaat Ludwig Quidde. Ein Jahr zuvor war es der Berliner Gustav Stresemann. Zahlreiche weitere Nobelpreise in diesen fünf zentralen Kategorien werden vom Autor bis ins Jahr 2006 aufgelistet, solche „mit biografischen Bezügen zu Bayern“, wie sein Sortiermerkmal dazu heißt. Darunter Max Planck, Albert Einstein, Werner Heisenberg, Thomas Mann, Otto Hahn, Konrad Lorenz, Henry Kissinger und Elfriede Jelinek. Beispiele einer zweifellos ruhmreichen Laureaten-Versammlung, die in rund achtzig mehr oder weniger ausführlichen Biografien vorgestellt wird. Und seien manche bayerisch-biografischen Bezüge noch so versteckt, der im Wissenschaftsmanagement der LMU arbeitende Historiker März weiß um die Bedeutung des Nobelpreises als „eine Bühne der Weltgeltung“. So formuliert es der Klappentext, warum also nicht von dieser Bühne eine glänzende Spur der „Wissens- und Kulturgeschichte“ legen zwischen Bayern und der Welt? Gewichtige Argumente dafür liefert er unter anderem in den Schlusskapiteln über die jährliche Lindauer Tagung der Nobelpreisträger oder über die Zukunft der Wissenschaft in Bayern. Zitat aus dem Lindau-Kapitel: „Bayerischer Ort und internationale Bühne verschränken sich hier programmatisch.“ Also muss uns um die Zukunft der Wissenschaft in Bayern nicht bange sein.
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Artikelbeschreibung

Der Nobelpreis ist eine Bühne der Weltgeltung - und Bayern einer seiner erstaunlich konstanten Schauplätze. Seit 1901 führt eine stetige Spur von München, Würzburg und Erlangen bis nach Stockholm: von frühen Durchbrüchen in der Physik, Chemie und Medizin über literarische Meisterwerke und friedenspolitische Auszeichnungen bis hin zur spektakulären Spitzenforschung der Gegenwart.Rund 80 Nobelpreisträger sind biografisch unmittelbar mit Bayern verbunden - unter anderem Röntgen, Willstätter, Einstein, Mann und Heisenberg, später Mößbauer, Lynen, Fischer und Krausz. Ihre Lebenswege erzählen von Aufbrüchen und Krisen, von Erkenntnis und Verantwortung.Der Nobelpreis ehrt indes nicht nur individuelle Genialität; er legt über seine Laureaten gleichsam seine Voraussetzungen frei: Netzwerke, Institutionen, Schulen, Ressourcen und bisweilen Zufälle. So wird sichtbar, wie Bayern zu einem Labor der Moderne wurde.

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