Augsburg in der Weimarer Republik

Aufbruch - Stabilisierung - Kapitulation
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Bayern im Buch-Rezension
Voluminöse Stadtgeschichte Augsburgs zwischen 1919 und 1933.
Augsburgs Weg in der Weimarer Republik verfolgt die Autorin. Eine stabile demokratische Stadtratsmehrheit unterstützte seit 1919 die ersten Schritte in die junge Demokratie. Politische Umbrüche wie den Hitlerputsch von 1923 nahm man in der schwäbischen Metropole aus einer auch geografisch bedingten Distanz wahr. Die Folgen der Hyperinflation mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen waren zwar bis 1924 überwunden, doch das Wohnungsproblem belastete die städtische Gesellschaft. Besonders anschaulich beschreibt die Autorin die städtischen Aufgaben im Krankheitswesen, der Gesundheitsfürsorge und der öffentlichen Sicherheit. Ein Kapitel schildert die Situation der Augsburger jüdischen Glaubens zwischen Zugehörigkeit und Ausgrenzung durch die zunehmenden antisemitischen Hetzkampagnen. Der Aufstieg der NSDAP, geschildert auch entlang der Biografie des späteren Gauleiters Karl Wahl, zeigt auch, wie lange die demokratischen Kräfte diese Partei unterschätzt haben. Ein gewichtiger Teil dieser Stadtgeschichte beschäftigt sich mit den angeblich Goldenen Zwanziger Jahren zwischen 1924 und 1929. Die Autorin kommt zum Fazit, sie seien für Augsburg trotz aller Verbesserungen des individuellen Lebensgefühls und des kulturellen Angebots nur „schwach vergoldet“ gewesen. Gleichzeit wurde durch die zunehmende Mobilität der Fremdenverkehr nicht nur für Augsburg, sondern für die Urlaubsorte in ganz Schwaben immer bestimmender. So setzte man 1930 hohe Erwartungen in die 400-Jahrfeier der „Augsburgischen Konfession“, die sich trotz weltweiter Resonanz nur teilweise erfüllten. Im Schlusskapitel der letzten Jahre bis 1933 werden die konkreten Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf das städtische Leben beschrieben. Die zunehmenden Ausgaben für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Fürsorgeeinrichtungen brachte den städtischen Haushalt an seine Grenzen. Der Schlusspunkt ist der 9. März 1933 mit der Übernahme des Rathauses durch die Nationalsozialisten. Die voluminöse Stadtgeschichte Augsburgs in der Weimarer Republik besticht durch eine Vielzahl von spannenden Kapiteln, die mit Bildern und Grafiken gut aufgelockert sind. Das Kompendium ist in Schwaben ein Muss und für alle breiteren Bestände sehr empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Wie lebte es sich in Augsburg vor 100 Jahren? Wie beeinflusste die 'große' Politik die Entscheidungen vor Ort? Welche Rolle spielte die NSDAP? Entstand in den angeblich Goldenen Zwanzigern wirklich eine neue Lebensqualität? Wie 'modern' wurde die Stadt? Augsburg in den 1920er Jahren - ein spannendes, aber weitgehend unerforschtes Jahrzehnt. Es war durch eine große Aufbruchsstimmung in Richtung Demokratie und Moderne gekennzeichnet, zugleich belasteten die Auswirkungen des verlorenen Krieges die Gesellschaft und die Wirtschaft. Daraus resultierten soziale Probleme. Die Weichen für den Aufstieg des Nationalsozialismus wurden deshalb bereits relativ früh gestellt. Daneben trugen Kunst und Kultur, die modernen Transportmittel und nicht zuletzt der Tourismus zu einem Lebensgefühl bei, das die Großstadt Augsburg prägte.Anhand von bisher überwiegend ungenutzten Quellen wird diese Zeit dargestellt, eingeordnet und erklärt, wie Augsburg sich im Kontext von Bayern und Reich doch eigenständig entwickeln konnte

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