Die Stammbücher der Memminger Meistersinger

Band 13
Edition mit historischer Einleitung
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Bayern im Buch-Rezension
Umfangreicher Einblick in das Leben einer Meistersingschule am Beispiel der außergewöhnlich lange aktiven Memminger Meistersinger.
Die Edition der beiden Stammbücher der Memminger Meistersinger zeigt exemplarisch die Entstehung und Verbreitung der Meistersinger-Gesellschaften in der Frühen Neuzeit. Ihre Mitglieder waren mehrheitlich Handwerker, die in Weiterführung der spätmittelalterlichen Spruchdichter ihre Meisterlieder mit überwiegend religiösen Texten auch öffentlich vortrugen. Die Lieder unterlagen einem normierten Regelwerk, wobei die lyrische Kunstfertigkeit, die grammatikalische Richtigkeit, die musikalische Umsetzung und der moralische Anspruch des Textes besonders bewertet wurden. Erste Meistersingschulen entstanden nach Nürnberg im 16. Jh. häufig in evangelischen Reichsstädten. Die Memminger Singschule, 1600 gegründet, erwies sich bis zur ihrer Auflösung 1875 als äußerst langlebig. Die hier edierten Stammbücher der Memminger Meistersinger, begonnen 1626 und 1671, bieten mit ihren Text- und Musikbeispielen einen umfangreichen Einblick in das Leben einer Meistersingschule. Im ersten Stammbuch finden sich 38 Memminger Meisterlieder, die auf Psalmentexten der Lutherübersetzung basieren. Nicht ohne Grund ist deshalb König David mit der Harfe ein mehrfaches Bildmotiv in beiden Handschriften. Eine kurzweilige Lektüre ist die umfangreiche Aufzählung der verschiedenen Fehler des „Falschen Singens“ der Lieder, die auswendig vorgetragen werden mussten. Darunter ist nicht nur ein falscher Ton zu verstehen, sondern Abweichungen vom Text, Reim und Betonung. Dieses stark Einengende der Kunst der Meistersinger mag ein Grund gewesen sein, dass die Singschulen im 18. Jh. aufgrund des Nachwuchsmangels ausstarben. Die Memminger hatten zwar mit dem Theaterspiel ein weiteres Standbein, zur Zeit ihrer Auflösung waren sie aber nur noch als Leichensänger tätig. Die kenntnisreiche Einführung und die akribische Transkription der beiden Stammbücher von Stefanie Engel machen dieses Buch für Musikliebhaber bei breiteren Bibliotheksbeständen unverzichtbar.
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Artikelbeschreibung

Die Stammbücher der Memminger Meistersinger sind Zeugnisse der um 1600 gegründeten Meistersingerschule in Memmingen, die erstaunliche 275 Jahre Bestand hatte. Diese einzigartigen Handschriften geben einen tiefen Einblick in das Schulleben und künstlerische Schaffen, allerdings waren sie bisher nie vollständig ediert und sind stellenweise nur sehr schwer zu entziffern. Diese Dissertation bietet neben einer vollständigen, leserfreundlichen Edition der beiden Stammbücher eine umfassende historische Einleitung, die sowohl in die Thematik des Meistersangs als auch in die Historie der Memminger Meistersingerschule und ihrer Stammbücher einführt

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