Ludwig Thoma

Bürgerschreck und Bayerndichter
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Bayern im Buch-Rezension
Festschrift mit sieben Beiträgen zu Ludwig Thoma und seinem Werk.
Das Titelbild zeigt eine Satire von Hans Reiser aus dem Jahre 2021. Ludwig Thoma erscheint als "Pegasus Bavaricus", ein Kentaur mit einem Bräurosskörper und Flügeln aus Zeitungspapier. Dieser Blickfang wie auch der griffige Untertitel "Bürgerschreck und Bayerndichter" will Interesse wecken an sieben Beiträgen einer "Festgabe" für Bernhard Gajek, den verdienstvollen Herausgeber von Ludwig Thomas Werken und Verfasser verschiedener Untersuchungen anlässlich seines 95. Geburtstages. Das Vorwort gibt einen knappen Überblick über die Thoma-Rezeption. Anna-Maria Diller widmet sich den Jubiläumsgedichten Thomas, die er zu bestimmten Anlässen verfasst hat, auch einigen Liebesgedichten. Klaus Wolf untersucht kundig Ludwig Thomas Verhältnis zum Dialekt im Vergleich zu anderen berühmten Schriftstellern. Weil Ludwig Thoma den bayerischen König Max II. sehr positiv sieht, skizziert Wilhelm Liebhart Wesen und Herrschaft dieses konservativen Wittelsbachers. Dabei stellt er fest, dass der Schriftsteller den Herrscher zu positiv zeichnet. Nicole Durot beschreibt die Thoma-Rezeption in Frankreich. Einige Bekanntheit erlangten dort die Lausbubengeschichten und das Theaterstück "Die Lokalbahn". Letzteres hat Alphonse Walter in lothringischer Mundart umgearbeitet und erfolgreich auf die Bühne gebracht. Mit Ludwig Thoma zusammen wird gerne Oskar Maria Graf genannt. Grafs ambivalente, aber insgesamt wohlwollende Sicht auf den Schriftstellerkollegen ist Gegenstand einer Untersuchung von Waldemar Fromm. Der Mitarbeiter in der Redaktion des "Simplicissimus" Peter Scher, anfangs sozialistisch-kritisch, dann patriotisch eingestellt, wurde vom Kollegen schließlich zum politischen Gegner, weil er pragmatisch Frieden mit der Weimarer Republik geschlossen hat. Dies ist Gegenstand einer ausführlichen Darstellung von Michael Pilz. Zum Schluss skizziert Gertrud Maria Rösch die Lebensleistung des Jubilars, der immer die zeithistorische Gebundenheit Ludwig Thomas und die ästhetische Eigenwertigkeit des Werkes gewahrt wissen wollte. Das sind sieben spezielle Darstellungen, die das Bild von Ludwig Thoma abrunden helfen.
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Artikelbeschreibung

Er polarisierte zeit seines Lebens: "Bürgerschreck" nannte ihn Kurt Tucholsky, zum "Bayerndichter" avancierte er schon 1917 an seinem 50. Geburtstag. Die Germanistik verfolgt diese Tendenzen in Werk und Biografie Ludwig Thomas (1867-1921) seit Langem. Maßgeblich vorangetrieben hat sie der Regensburger Literaturwissenschaftler Bernhard Gajek, dessen Thoma-Ausgaben die quellenkritische Spurensuche vorbildlich mit der Werkinterpretation vermitteln. Seine Forschungen und diejenigen des Regensburger Historikers Wilhelm Volkert veranlassten nicht zuletzt die Stadt München, die Verleihung der Thoma-Medaille auszusetzen.Die hier versammelten Beiträge befassen sich u. a. mit Thomas Beziehung zu Dialekt und Geschichte sowie mit seinen Zeitgenossen Oskar Maria Graf und Peter Scher; gerade deren ambivalente Haltung zeigt die bis heute anzutreffende Mischung aus Hochachtung und Unbehagen, die Thomas Leben und Werk hervorrufen. So bleibt es eine Aufgabe der Forschung, sein literarisches und politisches Nachleben immer neu zu überprüfen

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