Wieke und Ken

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Buchprofile - Rezension
Ein Familienurlaub voller Vorurteile - und was man dagegen tun könnte.
Eine Feriengeschichte, erzählt aus zwei Perspektiven. Da ist einerseits Wieke, eine leicht vorpubertierende Zehnjährige, die die Trennung ihrer Eltern nicht überwunden hat. Sie hat keine Lust auf den anstehenden Bergurlaub mit ihrem Vater, seiner neuen Lebensgefährtin Xandra und deren fünfjähriger Tochter Bille. Und da ist andererseits Ken, etwa zwei Jahre älter als Wieke. Er ist ohne Eltern aus Nigeria nach Deutschland geflohen, lebt in einem Kinderheim und wird von Xandra in Vormundschaft betreut. Xandra hat ihn, für Wieke völlig überraschend, zum "Patchwork-Familienurlaub" mitgebracht. Die beiden Heranwachsenden sehen den Ferien mit Missmut entgegen, beide sind in ihrer eigenen Gedanken- und Gefühlswelt gefangen und zeigen keinerlei Offenheit für die Situation und füreinander. Miteinander reden? Fehlanzeige! Gegenseitige Vorurteile, Fehleinschätzungen und Beschuldigungen führen schließlich zu einer für Ken und Wieke lebensbedrohlichen Situation. - Die Kapitel sind immer abwechselnd aus der Sicht von Wieke und Ken geschrieben und mit ihren Porträts entsprechend gekennzeichnet. Die Autorin lässt die Leser-/innen intensiv an der komplizierten Gefühlswelt der beiden sehr verschiedenen Kinder teilhaben. Zum Ende hin wachsen die Figuren jedoch so sehr über sich hinaus, dass sie leider etwas an Glaubwürdigkeit verlieren. Die klare Botschaft der Geschichte: Offenheit, gegenseitige Annäherung und Kommunikation sind die besten Mittel gegen Vorurteile.
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Artikelbeschreibung

Wieke ist sauer. Sie mag weder Xandra, die neue Freundin ihres Vaters, noch deren nervige kleine Tochter. Und jetzt soll sie mit allen in ein italienisches Bergdorf in die Ferien fahren! Als auch noch Ken mitkommt, der geflüchtete Junge aus Nigeria, für den Xandra die Vormundschaft übernommen hat, hat Wieke endgültig die Nase voll. Tatsächlich hat auch Ken wenig Lust auf Ferien mit Leuten, die er kaum kennt. Meist verzieht er sich vor Xandras übertriebener Fürsorge und Wiekes Abneigung, oder er läuft allein im Dorf umher, immer auf der Suche nach Handyempfang, denn nichts fehlt ihm so sehr wie der Kontakt zu seiner Mutter. Dass man ihm oft mit Argwohn begegnet, kennt er schon. Als aber auch Wieke ihn des Diebstahls verdächtigt, ist es zu viel: Ken haut ab!

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Personeninformation

Karin Koch, geboren 1961, lebt bei Karlsruhe und arbeitet als Physiotherapeutin in eigener Praxis. Sie schreibt Kinderbücher, Kurzgeschichten und Mundart. Für ihre Mundartgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Das Kinderbuch "Wär ich Pirat" (illustriert von André Rösler, Peter Hammer Verlag) gewann den Kinderbuchpreis NRW 2013. Zuletzt erschien im Peter Hammer Verlag 2017 ihr Jugendbuch "Am Freitag sehen wir uns wieder".
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