Gott, der Hund und ich

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Buchprofile - Rezension
Im Alltag Gott begegnen und Urvertrauen erleben.
Im Regen schaukelt ein Kind. Nur eine Katze leistet ihm Gesellschaft. Da kommt ein Mann mit alter Jacke und komischer Fellmütze und das Kind erkennt sofort Gott in ihm. Sie machen einen Spaziergang, fahren Bus ohne Fahrkarte, besuchen die Mutter, die als Kassiererin im Supermarkt einen anstrengenden Job hat. Ale Gott sich ihr zuwendet, beginnt sie von innen heraus zu leuchten. Den arbeitslosen Vater finden sie auf dem Sportplatz. Sie rauchen und fachsimpeln miteinander über Fußball und das Leben allgemein. Auf dem weiteren Weg sehen sie einen einsamen, angebundenen Hund, der auch das Besondere sehen kann. Als die beiden sich entfernen, sehen sie aus wie andere auch. - Der zärtlich-leise Ton verzaubert beim ersten Lesen. Was für ein schöner Gedanke, Gott im Alltag, in einfachen Begegnungen zu finden und die heilmachende Kraft der Zuwendung zu erleben, die das Kind durchaus brauchen kann. Dennoch stiehlt sich beim Erwachsenen leises Unbehagen ein, wenn das Kind sich so selbstverständlich einem Fremden anvertraut wie hier (analog zur déformation professionelle eine "déformation adulte"?). Mit wenigen Strichen skizziert die Illustratorin die Handlung. Die gedämpften Farben der Ölkreide oder Wachsmalstifte unterstreichen die leicht melancholische Stimmung. - Empfehlung mit Einschränkung.
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Artikelbeschreibung

Es war ein stinknormaler Tag, als Gott auftauchte. An einem stinknormalen Ort zwischen den Hochhäusern, wo die Mülltonnen stehen. Der Junge auf der Schaukel sah gleich, dass er es war, dieser Kerl mit der alten Jacke und der ulkigen Mütze. Als der Junge mit Gott spazieren ging, hatte er vor nichts Angst, nicht mal vor den Typen im Nachbarhaus. Ohne Fahrkarten fuhren sie im Bus zum Supermarkt, in dem die Mutter an der Kasse arbeitete. Gott holte Eis für sich und den Jungen, ohne Geld, und als er die Mutter berührte, schimmerte sie kurz in tausend Farben. Den Vater trafen sie bei den anderen Männern, die auch keine Arbeit hatten, auf dem Fußballplatz. Gott rauchte mit ihnen und sie sprachen über das, was nicht lief, beim Fußball und überhaupt. Auf dem Heimweg band Gott einen vergessenen Hund los, der lief ihm nach. Als der Junge sich verabschiedet hatte, ging Gott mit dem Hund davon und sah aus wie alle, die immer unterwegs sind.Will Gmehling stellt Gott mitten ins Leben. Ganz unspektakulär sieht er ihn dort, wo Zuwendung ist und Vertrauen, und macht dabei trotzdem den Zauber spürbar, den solche Erfahrungen in den Alltag bringen.

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Personeninformation

Will Gmehling, geboren 1957, war lange Zeit Maler. Sein erstes Kinderbuch erschien 1998. "Der Yeti in Berlin" (Verlag Sauerländer, 2001) wurde in viele Sprachen übersetzt. Im Peter Hammer Verlag erschienen sein Bilderbuch "Kleopatra" (illustriert von Tobias Krejtschi) sowie die Kinderbücher "Chlodwig" (illustriert von Jens Rassmus), "Freibad" und "Nächste Runde". "Freibad" wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Will Gmehling hat zwei Kinder und lebt in Bremen. Wiebke Oeser, 1967 in Hannover geboren, studierte Illustration in Hannover, Kassel und Madrid. Sie schrieb und illustrierte viele Bilder- und Kinderbücher, die u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Troisdorfer Bilderbuchpreis und dem Bologna Ragazzi Award ausgezeichnet wurden, Zuletzt illustrierte sie im Peter Hammer Verlag "Der Wind hat Geburtstag" von Jürg Schubiger. Wiebke Oeser lebt mit ihrer Familie in Berlin.
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