Großmutters Geheimnis

Roman
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Buchprofile - Rezension
In einer aus Polen nach Dänemark geflohenen jüdischen Familie vererbt sich nicht nur das Musikergen, sondern auch die mangelnde Kindesliebe.
Alexander (*1975) ist Spross einer dänischen Musikerdynastie. Während die Vorfahren in der klassischen Musik verhaftet blieben, stieg bereits seine Mutter Lillian (*1945) aus Protest und zur Selbstpräsentation ins Musicalgeschäft ein. Großmutter Ruth (*1914) ging nach ihrer gelungenen Rettung aus dem KZ Theresienstadt und der überstürzten Geburt der bei einer Vergewaltigung gezeugten Tochter rasch das Sehvermögen verloren. Und an ihren kometenhaften Aufstieg als Musikerin konnte und wollte sie nicht mehr anknüpfen. Nun, in der Erzählzeit des Roman 2015/16, sucht Alexander, der mit seiner Freundin Gry mittels künstlicher Befruchtung ihren Kinderwunsch realisieren will, nach einem Weg aus dem Familientrauma: Kann er ein guter Vater werden, wenn er bei seiner Mutter keine Kindesliebe kennengelernt hat? Die auf dem Speicher der Mutter gefundenen Tonkassetten seiner Großmutter lassen ihn seine Herkunftsfamilie und den Grund kennenlernen, warum auch seine Mutter sich leider zu Recht von ihrer Mutter Ruth nicht geliebt fühlte. Von Gry lernt er das noch wenig erforschte Phänomen der sekundären Traumata kennen und wie es u.a. durch liebevolle Konfrontation bearbeitet werden kann. Die Tonkassetten bringen bei ihm den Wendepunkt, er lernt seine in einem Altenheim in den USA lebende, erblindete Großmutter noch kennen und findet weitere Kassetten. – Nach „Annas Lied“ präsentiert Koppel eine weitere Episode einer offensichtlich auch auf autobiografischen Tatsachen beruhenden Familiensaga. Die auch für Nichtmusikkenner spürbare Liebe zur Musik Mahlers prägt und durchzieht diesen in Dänemark preisgekrönten Roman, der auch ein zeithistorisches Zeugnis für Gräueltaten der Nationalsozialisten darstellt. Als guter Lesestoff gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

1943. Die junge Opernsängerin Ruth wird nach Theresienstadt deportiert, nur die Liebe zur Musik gibt ihr Hoffnung. Ein halbes Jahrhundert später erzählt sie einem schnarrenden Kassettenrekorder in einem New Yorker Altersheim ihre Geschichte. Dänemark, 2015: Alexander kämpft mit seiner Gesangskarriere und einem unerfüllten Kinderwunsch, den er und seine Frau so sehr haben. Seine Mutter mischt sich ständig in sein Leben und seine Ehe ein, bleibt aber ungewohnt still, wenn es um ihre eigene Herkunft geht. Eines Tages findet Alexander auf dem Dachboden zwei kleine Kassetten, und als er sie abspielt, knistert ihm eine Stimme aus der Vergangenheit entgegen. Von Kopenhagen über Deutschland und New York - »Großmutters Geheimnis« ist eine warmherzige, das letzte Jahrhundert umspannende europäisch-jüdische Familiengeschichte über vererbte Traumata und die erlösende Kraft der Musik, inspiriert von der Familiengeschichte des Autors, ausgezeichnet mit dem dem wichtigsten dänischen Literaturpreis, der Goldenen Lorbeere.

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Personeninformation

Benjamin Koppel, geboren 1974, ist ein international bekannter dänischer Jazzmusiker. Er stammt aus einer Musikerfamilie, in der das Geschichtenerzählen beim Abendessen schon immer eine große Rolle gespielt hat. Anna war die lange verschollene Schwester seines Großvaters. Ihre Geschichte fand er so faszinierend, dass er unbedingt davon erzählen wollte. Mit »Annas Sang«, das 2022 in Dänemark erschienen ist, gelang Benjamin Koppel ein Überraschungsbestseller.

Pressestimmen

Dass dies alles [...] lebendig und authentisch wirkt, liegt an [...] Koppels Fähigkeit, die Personen wirklich zum Leben zu erwecken, mit allen Schwächen, menschlichen Eigenheiten und Stimmungen. Mauretta Heinzelmann NDR Kultur 20251126
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