
Artikelbeschreibung
Egon Erwin Kisch: Der Fall des Generalstabschefs Redl. Aufstieg und Fall eines Spions Erstdruck: Berlin, Verlag Die Schmiede, 1924 als Band 2 der Reihe »Außenseiter der Gesellschaft - Die Verbrechen der Gegenwart«, herausgegeben von Rudolf Leonhard. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Wien, Mai 1913. Zwei verdächtige Geldbriefe liegen monatelang unter einer Chiffre auf dem Hauptpostamt. Als der Empfänger sie schließlich abholt, beginnt eine hastige Verfolgung durch die Wiener Innenstadt. Eine verlorene Messerhülle führt die Ermittler zu einem Mann, mit dem niemand gerechnet hat: Oberst Alfred Redl, Generalstabschef des Prager Armeekorps und einst selbst einer der führenden Köpfe der österreichisch-ungarischen Spionageabwehr. Egon Erwin Kisch rekonstruiert einen der spektakulärsten Spionagefälle der Donaumonarchie. Redl hatte jahrelang militärische Unterlagen fotografiert und gegen hohe Geldzahlungen an ausländische Nachrichtendienste geliefert. Als seine Tarnung auffliegt, entscheidet die Führung des Generalstabs nicht auf Verhaftung und Prozess, sondern auf Vertuschung: Redl erhält einen Browning und wird in seinem Hotelzimmer sich selbst überlassen. Wenige Stunden später ist er tot. Doch der Versuch, den Skandal zu begraben, misslingt auf beinahe groteske Weise. Ein Schlossergehilfe berichtet einem Journalisten von der Durchsuchung Redls Prager Wohnung, die Nachricht gelangt an die Öffentlichkeit und erschüttert die Monarchie. Kisch verbindet kriminalistische Rekonstruktion, politische Analyse und reportagehafte Spannung zu einem Porträt einer militärischen Elite, deren Ehrbegriff stärker ist als ihr Interesse an öffentlicher Aufklärung. Der Fall Redl wird so nicht nur zur Geschichte eines Verräters, sondern auch zur Geschichte eines Systems, das seinen eigenen Skandal lieber beseitigt als untersucht. Über den Autor: 1885 in Prag als zweiter von fünf Söhnen eines jüdischen Tuchhändlers geboren, studiert Egon (später hinzugefügt: Erwin) Kisch Geschichte und Literatur an der deutschsprachigen Karl-Ferdinands-Universität. In der Burschenschaft Saxonia Prag ficht er mehrere Säbelmensuren. Den Militärdienst verbringt er infolge seiner Bereitschaft zum Konflikt mit Vorgesetzten weitgehend im Arrest. 1906 wird er nach einer kurzen Station beim »Prager Tagblatt« Lokalreporter der renommierten Tageszeitung »Bohemia«. Als Stammgast im »Weißen Hasen«, dem Treffpunkt der Prager Bohème, taucht er tief ein in das literarische und künstlerische Milieu der Stadt. Sein investigativer Journalismus deckt die Affäre um den Selbstmord des Spions Alfred Redl auf und macht Kisch zu einem bekannten Journalisten. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges, den er als Oberleutnant im K.u.k. Kriegspressequartier überlebt, wird er Mitglied im illegalen Arbeiter- und Soldatenrat und besetzt mit seinen Soldaten zum Fall der Monarchie am 12. November 1918 die »Neue Freie Presse« und lässt eine Sonderausgabe mit dem Aufruf zur Gründung der sozialistischen Republik Deutschösterreich drucken. 1919 wird das KPD-Mitglied in Wien zur unerwünschten Person erklärt und geht nach einer kurzen Station in Prag nach Berlin. Seine unermüdliche Reisetätigkeit mündet in zahlreichen Reportagebänden und bringt ihm den Beinamen »der rasende Reporter« ein. 1933 wird er verhaftet und dann ausgewiesen, er übersiedelt nach Paris und engagiert sich für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit Ausbruch des Kriegs flieht er über die USA nach Mexiko. Zurück in Prag stirbt am 31. März 1948 mit Egon Erwin Kisch einer der bedeutendsten Journalisten des 20. Jahrhunderts an einem Schlaganfall.
Produktsicherheit
| Hersteller: | Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH |
| Anschrift: |
Mörchinger Straße 33 DE-14169 Berlin |
| Kontakt: | info@henricus-verlag.de |
Bewertungen
Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.