Bis ins Mark

Wie ich Krebs bekam und mein Leben aufräumte
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Buchprofile - Rezension
Autobiographie eines ernsthaft erkrankten früheren Hypochonders.
Der „regional anerkannte Humorschriftsteller“ Stefan Schwarz erkrankt mit vierundfünfzig Jahren an Knochenmarkkrebs. Moralische Unterstützung erhält er vor allem von seiner älteren Schwester, die bereits den Krebs besiegt hat. Den zehn Jahre dauernden Sorgerechtsstreit um seinen Sohn („Wir haben uns bekriegt wie die Wilden, jetzt liegen wir in den Seilen“) sieht er inzwischen kritisch. Während einer schmerzhaften Behandlung in der Klinik kann er mit seiner Ex-Frau sogar ein friedliches Telefonat führen. Schon vor der schweren Krebserkrankung war Schwarz oft im Krankenhaus, manchmal aber auch eingebildet krank. Dies schmückt er in Sätze wie „wenn ich als Kind Fieber hatte, dann begannen die Eisblumen zu schmelzen“. Er brüllt während einer Therapie „dass in der Mensa gegenüber den Studentinnen der Schaum auf der Latte macchiato gefriert“. - Schwarz‘ Humor und Fantasie retten ihn durch trostlose, lange Klinikzeiten, auch während Corona. Ob er das Zusammensein mit seinem Zimmernachbarn oder die verschiedenen Krankenhausservierwagen beschreibt, das Buch lässt Leser/-innen laut auflachen. Viele Fremdwörter, nicht nur medizinische, erschweren den Lesefluss. Für alle, die über der Krankheit stehen.
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Artikelbeschreibung

Mit Mitte fünfzig bekommt Stefan Schwarz Krebs. Besser gesagt, der Krebs bekommt ihn. Denn Schwarz ist erfahren im Umgang mit existenziellen Verwerfungen: «Wenn das Schicksal zuschlägt, schlage ich zurück!» Wie eine «Marie Kondo der Seele» beginnt er, sein Leben aufzuräumen, und macht dabei überraschende Entdeckungen. Auch legt er die Hast ab, die wir alle in unserem Alltag kennen, den ständigen Druck, mit irgendetwas fertigwerden zu müssen. Und besinnt sich auf die Langsamkeit, den Moment. Von alldem erzählt Stefan Schwarz mit großer Klarheit - und mit seinem einzigartigen Humor, in dem eine ganze Lebensphilosophie steckt. Ruhig, tief und mit wohltuender Selbstironie blickt er auf sein Dasein; innerlich frei und doch um Zukunft kämpfend, schreibt er über das mögliche Ende und das damit verbundene Aufwachen: «Das ist doch der ganze Sinn von Krebs. Dass man aufhört, sich und anderen was vorzumachen, dass man innehält, dass man aufwacht und sich die Augen reibt.» Und er schreibt über das, was stattgefunden hat und stattfindet: das Leben in seiner Fülle, das Stefan Schwarz wie unter einem Brennglas erfasst. Ein außergewöhnliches Buch - aufrüttelnd, bewegend, befreiend.

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Personeninformation

Stefan Schwarz, geboren 1965 in Potsdam, ist Journalist und Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und für das Fernsehen, u.a. das Drehbuch zur ARD-Serie Sedwitz, Kolumnenbände wie Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut und Romane wie Das wird ein bisschen wehtun. Die Verfilmung seines Romandebüts Hüftkreisen mit Nancy wurde mit großem Erfolg im ZDF ausgestrahlt. Seine Lesungen genießen Kultstatus. Stefan Schwarz lebt mit seiner Familie in Leipzig.

Pressestimmen

Beherzt und komisch. Das Magazin 20221122
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