Das Jahr der Verluste

Roman
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Buchprofile - Rezension
Nach der Scheidung kämpft sich Lina zurück in einen lebenswerten Alltag.
Gerade in der vorzeitigen Rente angekommen, erfährt Lina von ihrem Mann, dass er die Scheidung möchte. In den Jahren nach dem Auszug der Kinder fanden die beiden nicht mehr wirklich zusammen, entfremdeten sich. Jetzt sieht er durch eine Beziehung mit einer gleichaltrigen Partnerin die Chance, sein Leben neu zu gestalten. Er übernimmt die Schulden fürs gemeinsame Eigenheim, Lina findet sich in einer Mietwohnung wieder. Ihre Freundin Marlene bleibt als Beistand, und ein neuer Minijob bekommt ihr auch gut. Aber im Leben kommt sie noch nicht an, bis ihr Einsatz für die von ihrem Partner misshandelte Nachbarin und ein Engagement für die alten Bäume in ihrer Wohnstraße ihre Kräfte wieder in Schwung bringen. Auch erste Ansätze für eine neue Beziehung und die Rückkehr ihres Sohnes aus Kanada stabilisieren sie, gleichzeitig fordert der alternde Körper seinen Tribut. – Prugger berichtet schnörkellos und jenseits aller Idealisierung die persönliche und wirtschaftliche Situation einer 60-Jährigen nach der Scheidung. Die Zweiteilung der Romankapitel in das angespannte Warten auf den Sohn und die Entwicklung des Alltags löst sich erst gegen Ende auf, was der Lesemelodie nicht unbedingt gut bekommt. Für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Das Ende eines Für-immers Von der Sichtbarmachung weiblicher Unsichtbarkeit und den Momenten der Selbstfindung zwischen den Verlusten Lina und Lois sind schon ewig verheiratet. Ein Status quo, der so sicher schien. Doch dann hält Lois das monotone Filmband ihres gemeinsamen Lebens ohne Vorwarnung an. Er möchte die Scheidung. Lina steht vor einem ungewollten Neuanfang, einem Prozess der Auflösung, der alle Bereiche ihres Daseins umfasst. Sie ist auf sich allein gestellt und merkt, dass die Gesellschaft kaum Lebensentwürfe für "Frauen wie sie" bereithält: Der Körper trägt die Spuren der Zeit, Freundschaften verdursten, die Verluste häufen sich im Großen wie im Kleinen, auch Linas Selbstbild löst sich in den Wirren radikaler Veränderungen auf. Neuanfang mit 60 - und jetzt?Wie unter diesen Umständen wieder Vertrauen finden, sich neuen Aufgaben stellen und die Liebe wagen? Die neue Wohnung ist kalt, die Enkelkinder sehen Geister, wo einmal mehr war, Hobbys aus vergangenen Tagen wirken heute unpassend. Lina weiß nicht, wohin mit sich selbst. Aber eines weiß sie: Irgendwo liegen ihre Stärken. Sie muss sich nur daran erinnern und Mut im Unzumutbaren fassen. Denn wie viel bleibt übrig, wenn man sich vor jeder aufreibenden, schweren und schönen Emotion abschottet? Wer kann ich sein, wenn die Abhängigkeiten und nicht frei gewählten Selbstbilder wegfallen?"Das Jahr der Verluste" erzählt in seiner Reduktion von der Kraft stiller Augenblicke, wenn ein ganzes Leben neu beginnen muss. In einem grandiosen Comeback-Roman widmet sich Irene Prugger den realen Herausforderungen, die unsere Gesellschaft Frauen - Müttern - auferlegt. Das große Drama in "Das Jahr der Verluste" bleibt aus: In zuerst leisen, aber zusehends selbstbewussteren Akten der Emanzipation findet die Protagonistin zu sich selbst zurück."Sprachlich gewandt, einfühlsam und messerscharf beobachtet erzählt Prugger von einem existenziellen Wendepunkt im Leben einer Frau. Es ist ein mitreißendes und zugleich tröstendes Buch."Judith W. Taschler

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