Drei Herren

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Buchprofile - Rezension
Aus den Gesprächen der Männer im Park erfahren wir von ihren Freuden und Sorgen.
Was sich die drei gut gekleideten Herren bei ihrem Spaziergang zu erzählen haben, deutet auf einen gehobenen Lebensstandard: da ist von einem Rosengarten die Rede, von einem Urlaub in Afrika, von notwendigen Reparaturen in der Villa. Drei weitere Männer im Park haben anderes zu berichten: einer scheint ohne Obdach zu sein, der zweite verkauft eine Straßenzeitung, der dritte hofft auf Arbeit, um sich mit seiner Tochter einen Zoobesuch leisten zu können. Aber so unterschiedlich die Lebensumstände auch sind, so gibt es doch Beziehungspunkte in ihren Erzählungen, die man aufspüren kann. Diese Motive - die Rosen, die Elefanten in Afrika und im Zoo, ja sogar die beobachteten Tiere im Park - schaffen eine Verbindung über die Klassengrenzen hinweg. Sie sind Zeichen einer gesellschaftlichen Gruppe, aber auch Zeichen für das, was Menschen miteinander gemein haben: Freude und Vorfreude, Ärger und Überraschung, Hoffnung und Humor. Die fein austarierten Bilder schaffen einen Rahmen für die Assoziationen, die der Erzähltext anbietet. Die berühmte Fotografie von August Sander "Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz" wird das Initial für diese kurze Erzählung gewesen sein. Die Offenheit der Lebensentwürfe, die im fotografischen Porträt zum Ausdruck kommt, spiegelt sich auch in der Buchillustrierung. Diese Freiräume werden auch bei der Lektüre fruchtbar sein.
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Artikelbeschreibung

Manchmal sind wir alle gleichJeweils drei Herren treffen sich im Park. Ihre Lebenswelten könnten unterschiedlicher nicht sein. Während auf der einen Seite von der letzten Safari geschwärmt und über die kaputte Alarmanlage geklagt wird, erinnert man sich auf der anderen Seite genüsslich an eine geschenkte Brezel und plagt sich mit der Sorge, wann es denn wieder Arbeit gibt. Plötzlich zieht ein Gewitter auf und beide Gruppen wollen den Park rasch verlassen. Sie treffen genau in dem Moment aufeinander, als ihnen ein kräftiger Windstoß die Kappen und Hüte von den Köpfen weht, diese durcheinanderwirbelt und im Park verteilt. Gleichermaßen unbehütet laufen die sechs Herren nun davon.Wieder einmal gelingt es der renommierten Künstlerin Helga Bansch auf herrlich unprätentiöse Art und Weise ganz wesentliche Themen unserer Gesellschaft anzusprechen. Wer ist arm, wer ist reich? Gekonnt verbleibt sie dabei im Darstellen, wertfrei und ohne Kritik - denn jede Freude, jede Sorge, jeder Jubel und jede Not ist in der jeweiligen Situation zu respektieren und wahrzunehmen. Und dennoch lässt sie ihre Leserschaft nicht aus, regt zum eigenen Nachdenken und Überlegen an, vor allem am Schluss - denn so unterschiedlich wir sind, vor und in manchen Dingen sind wir alle gleich. Oft häufiger, als wir denken.Drei Herren spazieren im Park. Sie unterhalten sich über dies und das.Tipps:seltenes, aber wichtiges Thema Armut und Obdachlosigkeitaktuelle Thematikideales Buch auch für Projekte in Kindergarten und SchuleAuszeichnungen:Helga Bansch wurde 2024 der Österreichische Kunstpreis in der Sparte Kinder- und Jugendliteratur verliehen.Im Sep. 21 wurde dem Titel das Buchsiegel KIMI für "Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern" verliehen.

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