Die Zertrennung

Aufzeichnungen eines Mitglieds des Sonderkommandos
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Buchprofile - Rezension
Erschütternde Konfrontation mit der Realität des Vernichtungsprozesses in Auschwitz.
Zu den nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz aufgefundenen Objekten zählen auch eine Blechbüchse und Feldflasche aus Aluminium, in denen in jiddischer Schrift und Sprache abgefasste Texte versteckt waren, als deren Verfasser sich Salmen Gradowski erwies. Dieser war als "Zwangsarbeiter des Todes" dem Sonderkommando des Lagers zugeteilt, in dem die Häftlinge unter ständiger Androhung von Folter bzw. Hinrichtung die Opfer in die Gaskammern führen, die Räume nach deren Ermordung leeren und reinigen, Haare, Goldzähne und Prothesen von den Toten entfernen, Dokumente vernichten und für die Entsorgung der verbrannten Körper sorgen mussten. Diese in 22 Monaten gemachten schrecklichen, auch heute kaum auszuhaltenden Erfahrungen legt Gradowski in seinen Texten (dreiteiliges Manuskript mit vorangestellten Briefen sowie 91-seitiges Notizbuch mit 2 Briefen) nieder, die in ihrer Genauigkeit und sprachlichen Gestaltung ein einzigartiges authentisches Dokument darstellen, das sowohl die zwischen schwindender Hoffnung und wachsender Resignation wechselnde Atmosphäre im Lager als auch zwischen den Häftlingen im Sonderkommando offenbart. Mit einer ausführlichen Betrachtung der Motive und Zeugenschaft - in der ständigen Konfrontation mit dem Tod - endet das erschütternde Zeitzeugnis. - Ein schwieriges, aufrüttelndes, aber absolut wichtiges Buch!
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Artikelbeschreibung

Salmen Gradowski war ein Mitglied des 'Sonderkommandos' von Auschwitz - jener Gruppe (nicht nur) jüdischer Häftlinge, die die Opfer in die Gaskammern begleiten und deren Körper nach der Vergasung verbrennen mussten. Einige von ihnen notierten das Verbrechen in allen Einzelheiten und vergruben ihr Zeugnis auf dem Lagergelände. Der erste, unvollständige Teil von Gradowskis Aufzeichnungen, in einer Flasche versteckt, wurde 1945 auf dem Gelände des Vernichtungslagers Birkenau von Soldaten der Roten Armee gefunden und 1969 in Warschau erstmals veröffentlicht. Den zweiten Teil - in einer Dose versteckt - verkaufte ein polnischer Finder dem in Auschwitz lebenden Chaim Wollnerman, der 1947 nach Palästina auswanderte und das Zeugnis erst 1977 im Privatdruck veröffentlichte. Sämtliche Texte Gradowskis erscheinen hier erstmals vollständig in deutscher Übersetzung.Gradowskis Zeugnis ist von einer fast unerträglichen Akribie und Sprachkraft. Inmitten der Katastrophe, die er durchlebt, in dem Bewusstsein, sich nur an Gott und an eine Nachwelt richten zu können, versucht Gradowski, die eigene und die kollektive Erfahrung der Judenvernichtung als Menschheitsgeschehen zu deuten. Um der unversöhnlichen Trauer Stimme zu geben, greift er zurück auf das liturgische Repertoire wie Klagelieder oder apokalyptische Schriften, aber auch auf neujiddische Poesie. Die Vereinigung von literarischem Dokument und historischem Zeugnis macht Gradowskis Aufzeichnungen einzigartig.

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Pressestimmen

»Salmen Gradowskis in jiddischer Sprache verfasste Aufzeichnungen sind ein einzigartiges Dokument und literarisches Zeugnis.« Thomas Schmid DIE WELT 20200127
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