Die Inkommensurablen

Roman | Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2023
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Buchprofile - Rezension
Bauernknecht Hans trifft in Wien am Vorabend des Ersten Weltkrieges auf die Mathematikerin Klara und den Musiker Adam und gerät mit ihnen in einen massenpsychologischen Strudel.
Der Tiroler Pferdeknecht Hans Ranftler (17) macht sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges nach Wien auf, um sich von der Psychoanalytikerin Helene Cheresch behandeln zu lassen, denn er kann Gedanken lesen. Vor der Praxis lernt er Klara kennen, eine Mathematikerin, die an Beweisen zu Irrationalzahlen, den Inkommensurablen, forscht. Bald stößt auch der Musiker Adam dazu, dessen besondere Fähigkeit darin besteht, dass er fremde Erinnerungen hat. Er ist auch Patient von Helene Cheresch, deren Forschungszweig die Träume sind: und zwar dieselben Träume, die von verschiedenen Menschen zur selben Zeit geträumt werden. – Die Lesenden werden in die Stadt Sigmund Freuds im Taumel des Vorabends der Mobilmachung im August 1914 versetzt. Helenes Fachgebiet ist die Massenpsychologie und parapsychologische Affekte. Lange weiß man als Leser/-in nicht, wohin das Buch gehen will. Damit ist der Roman genau das, was inkommensurabel bedeutet, nämlich nicht messbar, nicht vergleichbar. Also begibt man sich mit Hans und den beiden jungen Leuten auf einen hyperrealen Trip durch ein aus den Fugen geratenes Wien, durchstreift die Halbwelt-Lokale und das Kanalsystem, fieberhaft, ohne Schlaf und wie im Drogenrausch.
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Artikelbeschreibung

SPIEGEL-Bestseller
ORF-Bestenliste
SWR-Bestenliste

»Ein überragendes Talent. Die Amerikaner haben Joyce Carol Oates als erzählerisches Universalgenie, wir haben Raphaela Edelbauer.« Clemens Setz

»Was für ein Buch! Raphaela Edelbauer verwandelt den August 1914 in eine Traumnovelle. Wir schlafwandeln mit ihr durch ein erregtes Wien voll höherer Mathematik und niederem Wahn. Und wir galoppieren mit ihren vier apokalyptischen Reitern Adam, Hans, Klara und Helene in eine Zukunft, die diese schon als Vergangenheit erinnern. Ja, man stürzt in dieses Buch und in die letzten Tage des alten Europa, als fiele man in einen wilden Fiebertraum.« Florian Illies

In fiebriger Erregung warten die Einwohner Wiens am 31. Juli 1914 das Verstreichen des deutschen Ultimatums ab. Unter ihnen sind drei, deren bekannte Welt zu zerfallen droht: Der Pferdeknecht Hans, der adlige Adam und die Mathematikerin Klara. Der spektakuläre neue Roman der preisgekrönten Wiener Autorin ist ein literarisches Ereignis.

Wien, Zentrum der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, steht Kopf. Noch sechsunddreißig Stunden, dann läuft das deutsche Ultimatum ab. Die Stadt ist ein reißender Strom, in allen Straßen bricht sich die Kriegsbegeisterung der jungen Generation bahn. Mitten in diesen Taumel gerät Hans, ein Pferdeknecht aus Tirol, der sich auf den Weg in die Metropole gemacht hat, um die Psychoanalytikerin Helene Cheresch aufzusuchen. Dort angekommen trifft er auf Adam, einen musisch begabten Adligen, und Klara, die sich als eine der ersten Frauen an der Universität Wien im Fach Mathematik promovieren wird. Gemeinsam verbringen die drei jungen Menschen den letzten Abend vor der Mobilmachung - in einer Stadt, die sich ihrem Zugriff mehr und mehr zu entziehen droht.

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Personeninformation

Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.

Pressestimmen

»Man [lässt] sich gerne auf Edelbauers Schnellstrundgang durch das kaiserlich-königliche Metropolenleben ein: Sinnlicher wurde es noch nie nachgebaut. Die Autorin tuscht das Zeitkolorit mit feinem Pinsel, aber breiter Geste.« Florian Eichel, Die Zeit, 09. Februar 2023 Florian Eichel Die Zeit 20230209
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