Und es geschieht jetzt

Jüdisches Leben nach dem 7. Oktober | Ovid Preis und Reiner-Kunze-Preis 2025
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Buchprofile - Rezension
Juden in Deutschland und Israel – verunsichert, traumatisiert und oft schutzlos.
Das beklemmende Gefühl, nun nirgendwo mehr sicher zu sein, das der in Berlin lebende Schriftsteller Marko Martin in Gesprächen mit seinen jüdischen Freunden nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 erfährt, erweitert er noch durch ergreifende Aussagen seiner israelischen Freunde und Bekannten, deren Vertrauen in ihren Staat zutiefst erschüttert wurde durch das größte Massaker an der jüdischen Bevölkerung seit der Shoa. Diese aufwühlenden Begegnungen und Gespräche gibt Martin einfühlsam wieder, er nimmt den Leser mit hinein in die authentisch erfahrenen Situationen mit traumatischen Erlebnissen und zermürbenden Zukunftsängsten. Im Mittelpunkt des Buches stehen natürlich Trauer und Schmerz sowie die Erinnerung an die Ermordeten und die massive Forderung nach Rückholung der Geiseln, aber auch die Wut und das Unverständnis über das Verhalten der von ultra-religiösen und nationalistischen Parteien getragenen Regierung. Neben dieser durch konkreten Krieg und Tod bedrohten Lebenswelt in Israel greift Martin auch die bedrückenden Erfahrungen in Deutschland lebender Jüdinnen und Juden auf und zeigt sich erschüttert darüber, dass deren existenzielle Bedrohung viele nicht interessiert und daher auch nicht wahrgenommen wird, obwohl wir uns als Deutsche – und nicht nur die politischen Repräsentanten – dafür einsetzen sollten, dass sie sich in Deutschland sicher fühlen können, dass die Existenz des Staates Israel oberste Priorität besitzt und dass jeglichen Vernichtungsstrategien keinerlei Plattformen geboten werden. – Ein wichtiges Buch!
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Artikelbeschreibung

Was können wir tun - achshav? Jetzt?

Ovid Preis 2025

Reiner-Kunze-Preis 2025

Der 7. Oktober 2023 - ein Schreckenstag, dessen Ausmaß noch immer nicht abzusehen ist. Marko Martin beschreibt, was im Jahr danach geschah. Auf der einen Seite die sich polarisierende Öffentlichkeit, die Relativerungen und Rechtfertigungen. Auf der anderen die Jüdinnen und Juden in Deutschland und Israel, in deren täglichen Leben nichts ist wie zuvor. Die furchtbaren Bilder, der Verlust von Freunden und Verwandten, die Angst auf der Straße hier in Deutschland, und immer wieder Frage: Was können wir tun - achshav? Jetzt? Ein Buch der Zwischenräume und Zwischentöne, das dem Hass die Geschichten der einzelnen Menschen entgegensetzt. Ein Plädoyer für Tikkun Olam, die Reparatur der Welt.

Das Jahr nach dem 7. Oktober führt in viele Abgründe. Jüdinnen und Juden machen wieder die Ur-Erfahrung der Schutzlosigkeit, besonders nach den Bildern jubelnder Islamisten in deutschen Großstädten. In Israel hat der Massenmord der Hamas tiefe Wunden gerissen, Kindergärten, Bibliotheken, Kibuzzim - plötzlich Schauplätze des Terrors. Das entsetzliche Schicksal der Geiseln. Dazu der Gaza-Krieg und eine Regierung, gegen die Hunderttausende Israelis protestieren. Und immer diese Frage: Wie miteinander weiterleben?
Die eine Lösung gibt es nicht, aber doch viele Möglichkeiten erster Hilfe, Gründe für Zusammenhalt. Marko Martin hat sie gesucht und gesammelt und auf bewegende Weise zusammengeführt.


»Marko Martin ist ein wahrer Humanist.« Anne Applebaum


»Marko Martins Tel Aviv-Szenen erinnern an die Geschichten Bruce Chatwins.« Ha'aretz

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Personeninformation

Marko Martin lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Neben einem Essayband zur israelischen Literatur und einer Tel Aviv-Hommage erschienen in der Anderen Bibliothek seine Bücher Schlafende Hunde und Die Nacht von San Salvador sowie 2019 der Essayband Dissidentisches Denken. Mit Das Haus in Habana. Ein Rapport stand er auf der Shortlist des Essayistikpreises der Leipziger Buchmesse. Bei Tropen erschienen: Die verdrängte Zeit (2020) Die letzten Tage von Hongkong (2021) und Es geschieht jetzt (2024).

Pressestimmen

»Martins Buch ist eine vortrefflich geschriebene Annäherung an das jahrtausendealte jüdische Gebot von der "Reparatur der Welt".« Philip Haibach, Berliner Morgenpost, 09. Oktober 2024 Philipp Haibach Berliner Morgenpost 20241009
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