Die Witwer von Chaltouva

Roman | Ein Roman aus der Provinz über die Provinz, aber alles andere als provinziell
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Buchprofile - Rezension
Eine archaische Geschichte um Männlichkeit und ihre harten Rituale.
Um den schwersten Witwer, eine auch in der Sieg anzutreffende Fischsorte, drehen sich in dem fiktiven Ort Chaltouva, nahe der Stadt Hennef gelegen, seit Jahrhunderten alle Machtspiele der Männer. Wer in einem zähen Ringen den schwersten Fisch angelt, dem gehört schon seit den Konfessionskriegen und scheinbar bis heute, der ganzjährige Respekt des Dorfes – besser: der männlichen Dorfbewohner. Diese merken offensichtlich bei ihrem ganzen Gehabe nicht, dass nach der einstigen Bedeutung des Dorfes im 30-jährigen Krieg ihnen außer ihren Ritualen nichts mehr geblieben ist. Und noch mehr fällt ihnen nicht auf: Ihre Frauen haben sich längst von ihnen abgewandt und motivieren die Kinder bestmöglich, in der Ferne ihr Heil zu suchen. So versuchen manche im 19. Jh. als Soldaten ihr Glück bei den Kämpfen um Kolonien und kommen meist, wenn überhaupt, erschöpft und ausgezehrt heim. Und statt sich mit ihren meist handwerklichen Betrieben oder in der Landwirtschaft weiterzuentwickeln, frönen die Männer gewalttätigen, alkoholdurchtränkten, ekelerregenden Initiationsriten zur Aufnahme des männlichen Nachwuchses in die Riege der angeltauglichen Männer. Einem Liebespaar gelingt es, diesen scheinbar zeitlosen bösen Zauber zu durchbrechen. – Heuchert gelingt ein spannender Roman über allein auf Körperkraft beruhende männliche Dominanz. Erzählzauber und Sprachstärke bringen den Reflexionsunwilligsten zum Nachdenken und zur Frage, ob es solche Rituale auch im Hier und Heute noch gibt. Gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Ein Roman aus der Provinz über die Provinz, aber alles andere als provinziell 

Max und Klara gehören dort nicht hin, in dieses gottverlassene Dorf am westlichen Rand des Königreichs Vierheilig, wo noch die alten Sitten, die alten Rituale, die alte Ordnung herrschen. Wo Männer wie ihre Väter den Ton angeben, schuften und saufen, und Frauen wie ihre Mütter schuften und mit dem Geld, das nicht von ihren Männern versoffen wird, ein mageres Mahl auf den Tisch bringen müssen. Selbst in der fiktiven Vergangenheit des Romans ist dieses verdammte Dorf schon von seiner Zeit überholt. Zum Mann wird man hier durch Dresche, und wer der Größte ist, beweist sich im alljährlichen Wettangeln, wenn auf die Witwer gegangen wird: Urzeitliche Fische, die in einem Kampf auf Leben und Tod aus dem Fluss gezogen werden müssen. Dann stirbt einer der Männer, erschlagen ist er worden, und für Klara und Max ist's an der Zeit, sich zu entscheiden. 

Ein historischer Dorfroman über eine alte Welt und ein junges Paar, das in eine neue Zeit aufbrechen will .

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Personeninformation

Sven Heuchert wurde 1977 im Rheinland geboren und lebt heute bei Köln. Seine beiden Noir-Romane Dunkels Gesetz und Alte Erde wurden von der deutschen Presse begeistert aufgenommen. Das Gewicht des Ganzen ist sein literarisches Debüt.  

Pressestimmen

»Wer sich auf diesen ungewöhnlichen Roman einlässt, wird durch ein nachhaltiges Leseerlebnis reich belohnt.« Joachim Feldmann Am Erker 20260413
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