Sind Flüsse Lebewesen?

Ausgezeichnet als Wissensbuch des Jahres 2025
29,99 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Der britische Naturschriftsteller verknüpft am Beispiel dreier Ströme Naturbeobachtungen, indigene Auffassungen, menschliche Begegnungen und ökologische Forschungen zu der Ansicht, Flüsse als lebendige Systeme mit Rechten zu begreifen.
Seit einigen Jahren haben die verstärkten Bemühungen um den Gewässerschutz rund um den Globus auch zu einzelnen Initiativen geführt, Flüsse nicht mehr als bloße Gegenstände zu sehen, sondern diese als Rechtssubjekte aufzufassen. Diese positive Entwicklung wird durch die animistische Vorstellung, diesen Teil der unbelebten Natur als Lebewesen anzusehen, gestützt. Auch der britische Naturschriftsteller hegt große Sympathien für solche Gedanken. In seinem Buch erzählt er von drei Reisen zu sehr unterschiedlichen Flüssen der Welt: Im Regenwald Ecuadors ist der früh geschützte Rio Los Cedros heute wieder durch den geplanten Abbau von Rohstoffen in seinem Einzugsgebiet bedroht; die Flüsse durch die indische Metropole Chennai (früher: Madras) sind zu lebensfeindlichen Kloaken verkommen und der teils naturbelassene, aber auch zur Stromversorgung benutzte Magpie River (Mutehekau Shipu) in Ostkanada wurde von den dort lebenden indigenen Innu 2021 als erster Fluss des Landes zu einer juristischen Person erklärt. In die Reiseschilderungen mischen sich Naturbeobachtungen mit Gesprächen und Begegnungen mit einzelnen Menschen, deren Schicksale an die Flüsse gebunden sind oder die sich für deren naturhafte Existenz einsetzen. Eingerahmt werden die Erzählungen von jahres- und lebenszeitlichen Beobachtungen in einem Quellgebiet in Macfarlanes britischer Heimat. So entsteht ein engagiertes Plädoyer für den weltweiten Schutz und Erhalt der Fließgewässer. Allerdings können naturwissenschaftlich Vorgebildete ihre Zweifel an der von romantischem und animistischem Denken geprägten Herangehensweise des Autors an das Thema haben. – Dennoch wird das erfolgreiche Sachbuch sicherlich auch in Büchereien viele Lesende finden.
Weiterlesen
Susanne Steufmehl empfiehlt:

Will man das Geheimnis von „Nature Writing“ ergründen, so ist die Schönheit der Sprache in den Naturbetrachtungen der Schlüssel. Ein Meister dieser Kunst ist Robert MacFarlane. Sein poetischer Wortschatz und seine fesselnden Beschreibungen machen seine Werke zu einem Lesegenuss. In „Sind Flüsse Lebewesen?“ sinnt er darüber nach, ob Flüsse nur fließendes Wasser oder lebendige Wesen mit eigener Geschichte, eigenem Gedächtnis und Charakter sind. MacFarlane streift durch Landschaften und Kulturen verschiedener Kontinente und erforscht die Natur unter dem Aspekt von Philosophie, Literatur und dem Wissen der Indigenen, für die Flüsse immer mit Spiritualität verbunden sind. Das weltweit bedrohte Ökosystem fordert uns nachdrücklich dazu auf, dem zuzuhören, was Flüsse uns sagen wollen. Dieses kluge und eindringliche Buch ist eine Einladung zum Zuhören und Handeln. Und selbstverständlich auch zum Genießen, Staunen und zur Inspiration.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

»Für mich ist Macfarlane der beste Naturschriftsteller Englands, und auch in diesem Buch ist seine Prosa wie ein Gesang und spiegelt in ihrem Rhythmus sein Thema. Ein Stil wie ein Fluss - wogend, wirbelnd und von überquellendem Leben.« Andrea Wulf, Autorin des Bestsellers Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Sind Flüsse bloße Materie und Ressource für Menschen und Tiere? Keineswegs, sagt Robert Macfarlane: Sie sind eigenständige Lebewesen mit Rechten. Flüsse sollen frei von Verschmutzung fließen - und ein gesundes, von Menschenhand ungestörtes Ökosystem entwickeln dürfen. Mit diesem radikalen Konzept nimmt uns Macfarlane in seinem neuen Buch mit auf eine globale Reise, die unser Bewusstsein verändern wird.  

In fließender Prosa führt uns der englische Schriftsteller auf drei großen Reisen von hohen Gipfeln bis hinunter ans Meer. Zunächst blicken wir ins nördliche Ecuador, wo ein einzigartiger Nebelwald und seine Flüsse durch den Abbau von Gold bedroht sind. Auf der zweiten Reise erleben wir den verzweifelten Kampf, der in Südindien zur Rettung versehrter Flüsse, Bäche und Lagunen ausgefochten wird. Und zuletzt entdecken wir den Nordosten Quebecs, wo sich eine Flussrechte-Kampagne für den Wildfluss Mutehekau einsetzt, um den Bau eines Staudamms zu verhindern.

In seinem neuesten Buch verwebt Robert Macfarlane faszinierende Kultur- und Naturgeschichte mit literarischer Reportage und einem dringlichen Aufruf zum Handeln - und schafft dabei ein erzählerisch einzigartiges Leseerlebnis, das lange nachwirkt.

»Ein visionäres Werk von kaum ermesslicher Schönheit.« Elif Shafak

Produktsicherheit

Hersteller: Ullstein Buchverlage GmbH
Anschrift: Friedrichstraße 126
DE-10117 Berlin
Kontakt: produktsicherheit@ullstein.de

Personeninformation

Robert Macfarlane, geboren 1976 in Nottinghamshire, gilt als bedeutendster Naturschriftsteller der Gegenwart. Seine Bücher Berge im Kopf, Karte der Wildnis und Alte Wege wurden allesamt Bestseller und sind mehrfach ausgezeichnet worden. Sein letztes Buch Im Unterland bekam den NDR Kultur Sachbuchpreis 2019. Im Jahr 2017 verlieh ihm die American Academy of Arts and Letters den E.M. Forster Prize for Literature, und 2022 wurde er in Toronto mit dem Weston International Award für sein Gesamtwerk im Bereich Sachbuch ausgezeichnet. Robert Macfarlane ist Fellow des Emmanuel College, Cambridge. Für Publikationen wie The Guardian, The Sunday Times und The New York Times schreibt er über Umweltschutz, Literatur und Reisen.

Frank Sievers, Jahrgang 1974, lebt als Übersetzer und Autor in Berlin. Regelmäßige Arbeit für die Reihe Naturkunden bei Matthes & Seitz sowie Übersetzungen von Romanen und Sachbüchern über Fußball, Gastrophysik oder Kunst. 2017 erhielt er mit Andreas Jandl den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis.

Andreas Jandl übersetzt aus dem Französischen und Englischen, vor allem Belletristik und Dramatik. Zu seinen Übersetzungen zählen Texte von David Diop, Élisa Shua Dusapin, Nicolas Dickner, Dara McAnulty, Gabrielle Chapdelaine und Vincent Message. Für seine Arbeit wurde er 2017 mit dem Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis (zusammen mit Frank Sievers) und 2021 mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

«Das Buch rüttelt auf, inspiriert - und lässt Leserinnen und Leser mit einer Frage zurück, die mehr ist als ein philosophisches Gedankenspiel: Was schulden wir den Flüssen?» Naz Küçüktekin spektrum.de 20250623
Mehr von Macfarlane, Robert

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.
1 Bewertung
Bewertung vom