Am Ende der Straße

Afghanistan zwischen Hoffnung und Scheitern. Eine Reportage | Mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Fotografien vom Hindukusch | Auf der WELT-Bestenliste
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Buchprofile - Rezension
Eine Reise durch Afghanistan nach dem Abzug westlicher Soldaten.
Der mehrfach ausgezeichnete ZEIT-Journalist verarbeitet in seinem Buch persönliche Erlebnisse in und mit Afghanistan. Die sog. Ring Road, ein kreisförmiges Netz von Fernstraßen durch das zentralasiatische Land, über 3.200 km lang, dient ihm erzählerisch als roter Faden. Bauer trifft auf seiner mehrmonatigen Reise im Spätjahr 2021 viele Gesprächspartner, Orte und Verhältnisse wieder, die er bereits vor bis zu 15 Jahren kennengelernt hat. Seit Spätsommer 2021 regieren die Taliban wieder in Afghanistan. Die Reportagen des Buchs sind nach Wegmarken und Städten gegliedert und mit einigen Dutzend Fotos aussagekräftig bebildert. - Kein Zweifel, der Autor hegt viel Sympathie für Afghanistan. Was dankenswerterweise den professionell-kritischen Blick des Journalisten nicht trübt. Der Titel des Buchs und sein in dunklen Grautönen gehaltener Einband darf als Manifestation seines letztlich desillusionierenden Resümees gelten. Detailreich wird die Vergeblichkeit der Versuche von unzähligen Protagonisten aufgezeigt, Afghanistan zu einem halbwegs funktionierenden Staat nach westlichem Vorbild zu verwandeln. - Ein schmerzhaftes Werk, das viele Illusionen raubt und demütig stimmt hinsichtlich der Einflussmöglichkeiten der westlichen Welt auf das "Nation Building" gescheiterter Staaten. - Eine klare Leseempfehlung für alle an Politik und Zeitgeschichte Interessierten.
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Artikelbeschreibung

Die afghanische Ring Road. Eine Straße, die real existiert und dennoch ein Mysterium ist. Der 2200 Kilometer lange kreisförmige Highway verbindet die wichtigsten Städte des Landes. Er versprach Einheit und Aufschwung. Seit sechzig Jahren wird an ihm gebaut, doch fertig ist er noch immer nicht. Korruption und Misswirtschaft haben riesige Summen verschlungen. Nach dem Einmarsch der westlichen Truppen wurde die Straße zu einem blutigen Schlachtfeld.

Kaum ein deutscher Journalist kennt Afghanistan so gut wie Wolfgang Bauer. Der Zeit-Reporter war viele Male vor Ort, machte die Schicksale der Menschen in preisgekrönten Reportagen anschaulich. Früh warnte er vor einer Rückkehr der Taliban. Im August 2021 wurde einer seiner engsten Mitarbeiter ermordet.

Nach dem Fall Kabuls kehrt Wolfgang Bauer noch einmal zurück. Er bereist die Ring Road, sucht Orte auf, die er in den letzten 20 Jahren besucht hat - und geht der Frage nach: Warum ist der Westen in Afghanistan gescheitert? Was hat dieses Scheitern mit der milliardenschweren Entwicklungshilfe zu tun? Und wie geht es weiter? Seine Reportage ist eine Parabel über Hoffnung und Scheitern am Hindukusch.

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Personeninformation

Wolfgang Bauer, geboren 1970, arbeitet für die Wochenzeitung Die Zeit. Für seine Reportagen wurde er u. a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Prix Bayeux Calvados-Normandie für Kriegsberichterstattung ausgezeichnet. Sein Buch Über das Meer war ein Bestseller und wurde in zehn Sprachen übersetzt.

Pressestimmen

»... schonungslos und eignet sich gerade deshalb als Pflichtlektüre in den Regierungszentralen der Welt.« Victor Mauer NZZ am Sonntag 20220927
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