Wieland Wagner

Revolutionär und Visionär des Musiktheaters
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Bayern im Buch-Rezension
Texte und Fotos zu Leben und Werk des genialen Bayreuther Festspiel-Erneuerers aus Anlass seines 100. Geburtstags.
Die Herausgeber weisen im Untertitel hin auf die Bedeutung Wieland Wagners (1917 bis 1966) im Hinblick auf das bühnenkünstlerische Erbe ihres Großvaters Richard Wagner. Mit ihm teilte W.W. beide theaterhistorisch wichtigen Rollen: Revolutionär und Visionär. So „opulent und kenntnisreich“ (Wieland-Tochter Daphne Wagner im Vorwort) das textlich und fotografisch hervorragende Buch ist – so kompetent ist es auch, in Wort und Bild. Der optischen Dokumentation spricht ein Kenner der Szene, Oswald Georg Bauer, in seinem erhellend ausgereiften Beitrag S. 33 ff. „suggestive ästhetische Wirkung“ zu. W.W.-Inszenierungen sind für ihn von „bestürzender Erkenntniskraft“. 1966 erlag der älteste der Enkel Richard Wagners einem Krebsleiden, zu früh mit 49 Jahren. Viele fragen sich, was wohl aus den Bayreuther Festspielen geworden wäre, wäre W.W. ein Weiterleben und –wirken als Erneuerer des weltberühmten Festivals vergönnt gewesen. Der keineswegs unkomplizierte Mensch W.W. (mehrmals ist von der „ödipalen Katastrophe“ im Buch die Rede) kommt in nobler Manier samt biografischer Verstrickungen in das Hitler-Regime durch Selbsteinschätzungen, Herausgeber-Interviews und zitierten Inszenierungs-Rezensionen beispielhaft zum Ausdruck.
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Artikelbeschreibung

Im Jahr 2017 wird der 100. Geburtstag des Regisseurs und Bühnenbildners Wieland Wagner, eines Enkels von Richard Wagner, begangen. Zu diesem Anlass erscheint eine umfassende Bild- und Textdokumentation seines künstlerischen Schaffens. Mit der Wiederaufnahme der Bayreuther Festspiele im Jahr 1951 begann die bedeutende Epoche von 'Neu-Bayreuth', die von Wieland Wagner wesentlich geprägt war. Mit seinen revolutionären Wagner-Inszenierungen und vor allem seinen visionären Bildfindungen hat er einen neuen Stil aus dem Geist der altgriechischen Tragödie geschaffen, der internationale Beachtung fand. Auch außerhalb von Bayreuth hat er mit seinen Neudeutungen der 'Aida' und des 'Otello' von Giuseppe Verdi, der 'Elektra' und der 'Salome' von Richard Strauss, der 'Lulu' und des 'Wozzeck' von Alban Berg, der 'Carmen' von Georges Bizet sowie der 'Antigonae' und des Osterspiels von Carl Orff das Musiktheater revolutioniert. Der Band lässt mit eindrucksvollen Bildern seiner kühnen Inszenierungen das Wirken Wieland Wagners wieder lebendig werden.

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