Luft

Eine Entdeckungsreise zwischen Erde und Himmel
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Buchprofile - Rezension
Betrachtungen über einen unsichtbaren, aber unverzichtbaren Stoff.
Jens Soentgen befasst sich gerne mit unscheinbaren Stoffen. Sie sind überall zu finden, lebensnotwendig und oft bleiben sie unsichtbar. So hat der Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg etwa ein Buch über Staub geschrieben. Nun hat er ihm eines über die Luft folgen lassen. Als Chemiker und Philosoph geht Soentgen das unverzichtbare Element von verschiedenen Seiten an. So stellt er etwa die Gedanken des antiken Philosophen Poseidonos vor. Aus der Beschaffenheit der Luft in einer bestimmten Region, „glaubte er auf Intelligenz und Temperament der dort ansässigen Menschen schließen zu können“. So fördere warme Luft den Geist und deshalb seien Griechen und Ägypter besonders schlau. Genauso geht Soentgen auf die chemische und physikalische Luftforschung ein und schildert die entsprechenden Experimente des Physikers und Schriftstellers Georg Christoph Lichtenberg im 18. Jh. Schon rund 150 Jahre zuvor hatte Otto von Guericke das Vakuum erforscht und eine Luftpumpe erfunden. Ein ganzes Kapitel widmet das Buch der Luft als Trägerin von Gerüchen, durch die Pflanzen, Tiere und Menschen Botschaften austauschen. Mit spielerischer Leichtigkeit hüpft Soentgen durch die unterschiedlichsten Themen. Soentgen ist dabei wie stets in seinen Büchern ein ebenso anregender wie geschickter Erzähler, der dem Leser wie beiläufig viele Kenntnisse über etwas so scheinbar Selbstverständliches und dennoch Wunderbares wie die Luft vermittelt. Ein Lesevergnügen, das in möglichst vielen Büchereien zu finden sein sollte.
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Artikelbeschreibung

Alles über ein unterschätztes Element

Die Luft teilen wir mit allen Menschen, mit Pflanzen und Tieren. Alle Landlebewesen an Land atmen Luft. Und was die einen einatmen, atmen die anderen aus - und umgekehrt. Aber diese Zusammenhänge mussten zunächst entdeckt, erforscht und eingeordnet werden. Dieses Buch erzählt erstmals die Entdeckungsgeschichte der Luft - von der Antike bis zur Gegenwart, von den Launen der Wettergötter bis zur globalen Erwärmung.

Die Luft umgibt uns mit großer Selbstverständlichkeit. In der Antike verstand man ihre Bewegungen als Gemütszustände der Windgottheiten, und lange Zeit war sie Gegenstand philosophischer Betrachtungen. Erst in der frühen Neuzeit beginnt die experimentelle Erforschung dieses Elements. Alchemisten erdachten neue Konzepte, zum Beispiel den Gasbegriff. Mit Schweinsblasen, die sonst für die Produktion von Mettwürsten genutzt wurden, sammelte man Luftarten, die bei Experimenten entstanden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Luft hatte begonnen.
Ihre gründliche Erforschung im 20. Jahrhundert ermöglichte schließlich eine Fülle an Erfindungen vom Flugzeug bis zur Leuchtreklame und zum Kunstdünger. Bis heute sind die Entdeckungen der Luftforschung nicht abgeschlossen, denn nicht nur Stoffe werden durch die Luft ausgetauscht, sondern auch Informationen. Was man hört, was man riecht, was man sieht, wird durch die Luft übertragen und vermittelt.

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Personeninformation

Jens Soentgen studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt Chemie, Politik und Philosophie und wurde an der Technischen Universität Darmstadt in Philosophie promoviert mit einer Arbeit über den Stoff-Begriff. Seit 2002 ist er wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Universität Augsburg, seit 2016 Adjunct Professor für Philosophie an der Memorial University of Newfoundland in St. John's. Seine Bücher "Selbstdenken! " (illustriert von Nadia Budde) und "Von den Sternen bis zum Tau" (illustriert von Vitali Konstantinov) waren 2004 bzw. 2011 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Für "Wie man mit dem Feuer philosophiert" erhielten er und Konstantinov 2016 die Auszeichnung Wissensbuch des Jahres der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft".

Pressestimmen

"Ein fulminantes Werk, das einem den Kopf durchpustet wie ein Sturm, gefüllt mit erstaunlichen Fakten, höchst merkwürdigen Anekdoten und nicht zuletzt mit einer großen sprachlichen Qualität ... Für mich eines der besten Sachbücher seit Jahren."
SPIEGEL Online, Ulrich Fichtner

"Zwischen Wissenschaftsgeschichte, philosophischer Analyse, mythologischen, literarischen, kunsthistorischen Seitenblicken und allerlei Anekdoten folgt Soentgen den feinsten Lüftchen seiner Inspiration."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Joseph Hanimann

"...eine spannende und überraschende Lektüre."
Deutschlandfunk Lesart, Michael Opitz

"Sehr interessant."
Deutschlandfunk Kultur, Sein und Streit, Catherine Newmark

"Das neue Buch von Jens Soentgen weiß ... seine Leserschaft ... durchgehend zu faszinieren. ... er versucht mit seinem klugen Buch ... zu zeigen, wie 'in der Natur alles mit allem zusammenhängt'. Es sorgt für eine erfrischende Erkenntnisbrise!"
FALTER, Kirstin Breitenfellner

"Zwischen Wissenschaftlichkeit und Ideengeschichte anschaulich und lebendig erzählt."
Der Standard

"Der Philosoph Jens Soentgen hat eine Geschichte jenes unsichtbaren, gasförmigen Gemisches, das uns alle verbindet, geschrieben."
Die Presse, Erwin Uhrmann

"Überaus informativer und eindrucksvoller Einblick in die faszinierende Geschichte der Luftforschung"
bild der wissenschaft, Hans Siglbauer

"Jens Soentgen, Philosoph und Chemiker, nimmt uns mit auf Entdeckungsreise. Lehrreich und kurzweilig!"
tv Hören und Sehen

"Fantastisch"
Philosophie Magazin, Jutta Person

Platz 9 der Sachbuchbestenliste von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und DIE ZEIT, April 2026
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