Wie schwer ein Menschenleben wiegt

Band 6489
Sophie Scholl. Eine Biografie
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Buchprofile - Rezension
Vielschichtige Biografie des berühmtesten Mitglieds der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose",
In der Hinführung zu dieser Biografie über Sophie Scholl wirft die Historikerin Maren Gottschalk die Frage auf, ob man nach so langer Zeit "hinter dem bewunderten Heldinnenbild überhaupt noch den Menschen Sophie Scholl" erkennen kann. Hier nachzuhaken und der vielschichtigen Persönlichkeit Sophies von der Kindheit und Jugend bis hin zur Widerstandskämpferin nachzuspüren und die vielseitigen Facetten ihres Charakters und Handelns aufzuzeigen, ist das Anliegen der Autorin, das ihr auch hervorragend gelingt. Gestützt auf Tagebucheinträge, persönliche Dokumente, einen umfangreichen Briefwechsel, Vernehmungsprotokolle und Zeitzeugenberichte gestaltet sie einfühlsam und eindringlich das Bild dieser jungen Frau. Gottschalk schildert Sophies Kindheit und Jugend in ihrem liberalen, aber auch streng religiös ausgerichteten Elternhaus, zusammen mit vier Geschwistern, die sich unterschiedlich stark für die Parolen der Nazis empfänglich zeigten. Als begeistertes Mitglied im BDM steigt sie sogar zur Jungmädelschaftsführerin auf. Kritisch zeigt sie sich zum einen in der schwierigen emotionalen Beziehung zu ihrem Freund Fritz Hartnagel (Offizier der Wehrmacht) und zum anderen in ihrer Einstellung zum Krieg und zur NS-Diktatur, die sie beide ablehnt. Diese Überzeugung setzt Sophie - nun Studentin - nach ihrem Umzug nach München durch ihre Mitarbeit in der von ihrem Bruder Hans und anderen (u.a. Alexander Schmorell, Christoph Probst, Prof. Huber, Willi Graf) geführten Widerstandsgruppe in die Tat um, was sie alle mit dem Leben bezahlen mussten, uns aber das Erbe hinterließen, wachsam und mutig zu sein, für Menschenwürde und Freiheit einzutreten. Sehr zu empfehlen - gerade für junge Leute!
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Artikelbeschreibung

VON UNBESTECHLICHER MENSCHLICHKEIT: DAS LEBEN DER SOPHIE SCHOLL

Wenige Tage nach Kriegsbeginn schrieb Sophie Scholl an ihren Freund: "Ich kann es nicht begreifen, dass nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für's Vaterland." Gestützt auf teils noch unveröffentlichte Selbstzeugnisse schildert Maren Gottschalk das so verheißungsvolle Leben Sophie Scholls, die sich nach anfänglicher Faszination für die Hitlerjugend immer entschiedener gegen den Nationalsozialismus stellte. 1942 ging sie in den aktiven Widerstand. Am 18. Feburar 1943 wurde sie mit nur 21 Jahren verhaftet, vier Tage später mit dem Fallbeil hingerichtet.

"Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!", heißt es auf einem Flugblatt der kleinen studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" in München, zu deren innerem Kreis neben Alexander Schmorell und Hans Scholl auch dessen jüngere Schwester Sophie Scholl (1921 - 1943) gehörte. Selbst im Gerichtssaal vor Roland Freisler sprach die Einundzwanzigjährige unbeirrt aus, was sie dachte: "Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen." Maren Gottschalk beschreibt anschaulich und quellennah Sophie Scholls kurzes Leben und macht deutlich, woher sie den Mut nahm, sich anders als die große Mehrheit der Deutschen offen gegen das NS-Regime und seinen Vernichtungskrieg zu stellen.

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Personeninformation

Maren Gottschalk, Historikerin, arbeitet als Journalistin für den Westdeutschen Rundfunk. Sie hat zahlreiche, von der Kritik hoch gelobte Biografien vor allem für ein jüngeres Publikum verfasst, u.a. zu Nelson Mandela, Andy Warhol und Astrid Lindgren.
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