Caroline Schlegel-Schelling

Das Wagnis der Freiheit. Eine Biographie
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Buchprofile - Rezension
Annäherung an das Leben der Caroline Schlegel-Schelling.
In diesem Buch stellt Appel Caroline Schlegel-Schelling vor. Diese intellektuelle Frau führte ungeachtet aller in ihrer Zeit geltenden Konventionen ein ungewöhnliches Leben, für das sie viel Kritik einstecken musste. Noch dazu blieben ihr Schicksalsschläge nicht erspart. 1763 als älteste Tochter des Theologie und orientalische Sprachen lehrenden Prof. Michaelis in Göttingen geboren, heiratet sie einen Arzt, mit dem sie bis zu dessen plötzlichen Tod fernab vom intellektuellen Geschehen ein traditionelles Eheleben und Mutterdasein im Harz führt. Zurück in Göttingen geht sie, von einem anderen schwanger, eine Vernunftehe mit Wilhelm Schlegel ein, mit dem sie in Jena wieder in den intellektuellen Kreis der Weimarer Klassik und mit den Freigeistern der Romantik in Kontakt tritt. Nach ihrer Scheidung von Schlegel heiratet sie Friedrich-Wilhelm Schelling und muss sich deswegen zeitlebens ihren freizügigen Lebenswandel vorwerfen lassen. Appel beschreibt eine für ihre Zeit emanzipierte Frau. Aufgrund des wissenschaftlichen Stils, etwa der vielen zeit- und kulturhistorischen Querverweise und der Fachterminologie, ist dieses Buch eher für mit Fachliteratur vertraute Leser geeignet.
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Artikelbeschreibung

Sie war der weibliche Mittelpunkt des frühromantischen Kreises in Jena: Caroline Michaelis-Böhmer-Schlegel-Schelling, in zweiter Ehe mit August Wilhelm Schlegel verheiratet, dem Mitbegründer der Frühromantik, in dritter Ehe mit dem Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling. Ihr Leben war gelebte Literatur, Freiheit mit Nebenwirkungen. Schon ihre Vorgeschichte ist außergewöhnlich genug. Als Professorentochter verbringt sie die ersten Jahre im Umfeld der Göttinger Universität, umgeben von illustren Vertretern der deutschen Aufklärung. Früh verwitwet nach einer Konventionsehe, stürzt sie sich in das Abenteuer der Mainzer Republik. Sie nimmt die Freiheitsparolen wörtlich und bezieht sie auch auf das eigene Leben mit allen Folgen, die sie, wie sie sagt, "nie bejammert". In einer Zeit, die vieles zur Disposition stellt, folgt eine Frau ihrem eigenen Lebensgesetz. Die "jungen Wilden" der Literatur, die um 1800 eine neue Dichtung und eine neue Philosophie, neue Lebensmodelle und eine neue Welthaltung propagieren, suchen danach, nach dem schöpferischen Gesetz. Doch diese Frau, deren Leben ihr Werk ist, scheint es zu kennen, und zwar von jeher. Als die anfängliche Euphorie und die revolutionäre Begeisterung einer Generation in Ernüchterung umschlagen, geht die Sehnsucht, und zwar hier wie dort, zu einer Rückkehr ins Bergende, Elementare, wo zumindest die Freiheit der Phantasie und des Geistes gewahrt bleiben. Sabine Appel erzählt die Biographie einer Frau von faszinierendem Geist, die tradierte weibliche Rollenbilder hinter sich lässt und ihr eigenes Leben führt frei, unzeitgemäß, intensiv.

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Personeninformation

Sabine Appel ist promovierte Germanistin und freie Autorin. Von ihr erschienen unter anderem Biographien Goethes, Schopenhauers und Nietzsches.
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