Die außergewöhnlich gelungene Erziehung der Frida Wolf

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein skurriler, herzzerreißender Coming-of-Age-Roman über das Aufwachsen als Tochter eines Gefängnisdirektors.
Frida wächst neben dem Gefängnis von Haarlem auf, das ihr Vater Timofey leitet. Timofey entspricht nicht dem Bild eines souveränen Direktors: Er trinkt zu viel, raucht, verliert sich in literarischen Zitaten und scheint mit beiden Rollen – Vater und Gefängnisdirektor – überfordert. Gleichzeitig versucht er, Frida zu einer widerstandsfähigen jungen Frau zu erziehen, schießt aber methodisch deutlich über das Ziel hinaus. Fridas Mutter ist renommierte Kinderpsychiaterin und ständig auf Kongressen unterwegs. Zuhause widmet sie sich einem verhaltensgestörten Mädchen, auf das Frida rasend eifersüchtig ist. Frida täuscht deshalb Zwangsneurosen vor und platziert Bücher über Suizid auf ihrem Nachttisch. Ein tragischer Unfall bringt das fragile Gleichgewicht der Familie zum Kippen. Es ist Frida, die alles zusammenhält. Mit Humor und Eigensinn sucht sie einen Weg aus dem elterlichen Chaos. Auf der Suche nach dem eigenen Ich muss sie den emotionalen Ballast ihrer Eltern hinter sich lassen. – Dieser Roman ist melancholisch, unglaublich komisch und doch so tragisch. Mit leichter, virtuoser Feder beschreibt Maria Kager Themen wie Alkoholsucht und Vernachlässigung des eigenen Kindes. Der ungewöhnliche Coming-of-Age-Roman öffnet den Blick des Lesenden für die unbeschreiblich großen emotionalen und intellektuellen Dimensionen der Protagonisten, die stetig ihren Platz suchen, immer ein bisschen einsam und abseits der Norm. Sehr gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Jede Familie ist anders. Besonders Fridas. Ein herrlich skurriler, herzzerreißender Coming-of-Age-Roman über das Aufwachsen als Tochter eines Gefängnisdirektors.

Timofey Wolf

Fridas Vater ist der Rolle des Gefängnisdirektors ebenso wenig gewachsen wie seiner Vaterrolle. Er raucht und trinkt zu viel, zitiert in einer Tour große Literaten und hat ein Verhältnis zu seinem Handstaubsauger, das manche obsessiv nennen würden. Er kann sich einfach nicht merken, wie alt Frida ist, und in seinem Bestreben, eine wehrhafte Frau aus ihr zu machen, schießt er deutlich übers Ziel hinaus. Seinen Häftlingen fühlt er sich näher als seinen Kollegen bei der Justiz, aber für die vielen Ausbrüche in jüngster Zeit kann er wirklich nichts.

Constance Wolf

Fridas Mutter ist eine renommierte Kinderpsychiaterin und ständig auf Kongressen unterwegs. Zu Hause widmet sie sich aufopferungsvoll der Therapie des »Schreimädchens« - ein verhaltensgestörtes Mädchen, auf das Frida rasend eifersüchtig ist. Um die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sich zu ziehen, täuscht Frida Zwangsneurosen vor und platziert Fachbücher über Selbstmord prominent auf ihrem Nachttisch.

Und Frida Wolf?

Als ein tragischer Unfall das fragile Gleichgewicht der Familie zum Kippen bringt, ist es Frida, die alles zusammenhält. Mit trotzigem Humor und Eigensinn sucht sie einen Weg aus dem elterlichen Chaos. Und dazu muss sie das Gefängnis hinter sich lassen und herausfinden, wer Frida ohne den emotionalen Ballast ihrer Eltern eigentlich ist.

Ein entwaffnend komischer, tief trauriger Roman über das Erwachsenwerden.

  • Einzigartiges Setting: Die bizarre Welt eines maroden Gefängnisses als Kulisse für eine besondere Kindheit.

  • Unvergessliche Charaktere: Es ist unmöglich, diese exzentrische Familie nicht ins Herz zu schließen.

  • Stilistisch außergewöhnlich und vielfach ausgezeichnet: Mit dem wichtigsten Leser- und Debütpreis der Niederlande ausgezeichnet und für zahlreiche Preise nominiert.

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Personeninformation

Maria Kager, 1978 geboren, ist Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin. Sie wuchs in Haarlem auf, promovierte an der Rutgers University in den USA und lebt in Amsterdam. »Die außergewöhnlich gelungene Erziehung der Frida Wolf« ist ihr erster Roman. Er war für zahlreiche Literaturpreise nominiert und wurde mit dem Leserpreis und dem Jurypreis der Bronzen Uil ausgezeichnet.

Lisa Mensing, geboren 1989, übersetzt niederländischsprachige Literatur und moderiert Lesungen. Sie hat u.a. Werke von Gaea Schoeters, Frank Martinus Arion, Gerda Blees, Hanna Bervoets und Connie Palmen ins Deutsche übertragen.

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