Das Haus der Gefühle

Warum Zukunft Herkunft braucht
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Buchprofile - Rezension
Analyse der Frage, warum für eine positive Entwicklung von Menschen gute und sichere Orte notwendig sind.
Der Sozialpsychologe und Direktor von "Futurzwei – Stiftung Zukunftsfähigkeit" (zuletzt "Nachruf auf mich selbst", BP/mp 22/17) untersucht, warum ein "Haus der Gefühle" von elementarer Bedeutung für die Entwicklung des Menschen sind. Was ist wichtig für Beziehungen, Sicherheit, Vertrauen und Mut? Im Titelzusatz wird eine umfassende Antwort schon angedeutet: "warum Zukunft Herkunft braucht". In Erinnerungen, wissenschaftlichen und literarischen Texten wird deutlich, dass es Orte braucht, die Menschen Heimat und Stabilität geben. Die zahlreichen Beispiele und Schilderungen zeigen uns Leser:innen, worauf es ankommt, um Ängsten zu begegnen und sich nicht von Demagogen und Antidemokraten bestimmen zu lassen: Nachdenken, Bereitschaft zu Veränderung und Empathie gehören dazu. – In großen Beständen gut einsetzbar.
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Artikelbeschreibung

Wir wohnen in unseren Gefühlen wie in Häusern. Diese inneren Landschaften prägen unsere Entscheidungen und sind das Ergebnis zahlreicher Einflüsse von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Wenn gewohnte Sicherheiten bröckeln, eine als gegeben vorausgesetzte Welt verschwindet, verunsichert das die Menschen zutiefst, ohne dass sie recht wissen, warum. Das nutzen Antidemokraten aus und schüren Angst, denn Demokratie setzt Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht voraus. Aber das sind Gefühle und nichts, was man rational erlernt oder erklärt bekommen hat. Sie müssen gelebt werden, vital erworben worden sein in der Wirklichkeit. Erst das erlaubt ein Gefühl von Beheimatung und Zukunftsvertrauen.
Harald Welzer zeigt, woraus unsere Weltbeziehungen gemacht sind. Und wie wirkungsvoll es für unsere Demokratie wäre, eine aufgeklärte, zupackende Politik der Gefühle zu haben.

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Personeninformation

Harald Welzer, geboren 1958, ist Sozialpsychologe. Er ist Direktor von FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit und des Norbert-Elias-Centers für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg. In den Fischer Verlagen sind von ihm u. a. erschienen: »Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden«, »Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird«, »Alles könnte anders sein. Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen«, »Nachruf auf mich selbst. Die Kultur des Aufhörens« und - gemeinsam mit Richard David Precht - »Die vierte Gewalt. Wie Mehrheitsmeinung gemacht wird, auch wenn sie keine ist«. Seine Bücher sind in 21 Ländern erschienen.

Pressestimmen

Vermutlich steckt in der Reklamation der Bedeutung der "Gefühle" für unser Weltverständnis eines der Hauptverdienste dieses Buchs. Alfred Hirsch der blaue Reiter - Journal für Philosophie 20260511
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