Demokratie in Büchereien
Am Freitag, den 2. Oktober 2026, findet in ganz Bayern die nächste Lange Nacht der Demokratie statt.
In Kommunen und Landkreisen in ganz Bayern gestalten engagierte Kooperationspartner ein vielfältiges Programm für Menschen jeden Alters. Am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit wird in unterschiedlichen Formaten über Demokratie nachgedacht, diskutiert und gemeinsam gefeiert. Die Lange Nacht macht demokratische Werte erlebbar und lädt dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen und Perspektiven auszutauschen.
Die Lange Nacht der Demokratie ist ein Projekt des Wertebündnis Bayern. Die landesweite Koordination für 2026 übernimmt der Bayerische Volkshochschulverband.
Eine Publikation „Lange Nacht der Demokratie“, die Hintergründe, Ziele und Erfahrungen des Projekts erläutert, sowie Kommunikationsmittel, Logos, Vorlagen und Materialien stehen auf der Projektwebseite zur Verfügung.
Ihren Anfang nahm die Lange Nacht der Demokratie 2012 in Augsburg, initiiert von Dr. Christian Boeser. Seit 2018 ist sie unter dem Dach der Stiftung Wertebündnis Bayern als bayernweites Projekt etabliert und wächst seitdem kontinuierlich weiter. Bei der letzten Langen Nacht der Demokratie 2024 beteiligten sich bereits 35 Kommunen in Bayern – eine Liste ist unter www.lndd-archiv.de.
Logo Lange Nacht der Demokratie
Lokale Bündnisse in Kommunen und Landkreisen in ganz Bayern können sich an der Langen Nacht der Demokratie beteiligen, indem sie am 2. Oktober eigene Veranstaltungen organisieren. Ob Diskussionsrunden, kreative Aktionen, Lesungen oder Musik – jede Kommune gestaltet ihr Programm individuell und trägt so dazu bei, Demokratie vor Ort erlebbar zu machen.
Treffpunkt Demokratie ist eine Handreichung für Büchereien, die demokratische Arbeit in ihrem Alltag stärken möchten. Es wurde von "Faktor D", einem Netzwerk für Demokratieförderung, zusammen mit dem Deutschen Bibliotheksverband, bibliosuisse, dem Bundesveband Information Bibliothek und anderen Experten entwickelt.
Die Handreichung greift Erfahrungen aus zig Bibliotheken auf und bietet praktsiche Hilfestellung und Tipps für die Demokratiearbeit vor Ort. Fast 40 konkrete Formate laden zum Selbermachen in der Bücherei ein.
Die Handreichung kann kostenlos auf der Webseite von "Faktor D" heruntergeladen werden.
Die Demokratie als Form des gesellschaftlichen
Zusammenlebens steht unter Druck. Zahlreiche Studien in den letzten
Jahren zeigen eine zunehmende Infragestellung der Demokratie und
demokratischer Entscheidungsprozesse in Deutschland. Anfeindungen und
Aggressionen gegen kommunalpolitisch aktive Personen sind weit
verbreitet. Die Bereitschaft, kommunale (Ehren)-Ämter zu übernehmen,
sinkt. Daher bedarf es einer systematischen Sensibilisierung für die
Bedeutung der repräsentativen Demokratie in Deutschland.
Im Michaelsbund sind wir überzeugt, dass Büchereien ideale Lernorte der Demokratie sind: Hier kommen Menschen zusammen, lernen über vielfältige Medien und Veranstaltungen verschiedene Positionen kennen, können sich ihre Meindung bilden und diese mit anderen austauschen. In den Michaelsbundbüchereien sind alle willkommen!
Dieses demokratische
Profil der Büchereien im Michaelsbund haben wir in einem
Selbstverständnis-Papier zusammengefasst, das Sie unten als PDF-Formular
zum Download finden. Alle Büchereien, die das Selbstverständnis
unterschreiben, erhalten die Aktionsplakette "Büchereien: Lernorte der
Demokratie" als A4-Hartschaumplatte, die sichtbar im Eingangsbereich
aufgehängt dirket auf Ihr demokratisches Engagement hinweist. Füllen Sie
das Formular einfach aus, unterschreiben es mit Ihrem Träger und
schicken es an m.mihatsch@michaelsbund.de! Die Unterschrift berechtigt zum Führen des Aktionslogos auf Webseite und Social Media-Kanälen sowie bei ausgewiesenen Veranstaltungen. Das unterschriebene Papier ist beim Träger, in der Bücherei und beim Sankt Michaelsbund zu hinterlegen.
Selbstverständnis als PDF herunterladen
Weitere vertiefende Gedanken und Argumentationshilfen
finden Sie in den Broschüren „Christ sein heißt demokratisch sein“
Broschüre als PDF herunterladen
Bei Fragen wenden Sie sich an
Maximilian Mihatsch
m.mihatsch@michaelsbund.de
Die unterschriebenen Selbstverständniserklärungen senden Sie bitte per Post an
Sankt Michaelsbund
Landesverband Bayern e.V.
Herzog-Wilhelm-Straße 5
80331 München
oder gescannt per E-Mail an die o.g. Adresse.
Shitstorms gegen Veranstaltungen, koordinierte Versuche politischer Einflussnahme, Beleidigungen an der Theke oder Störungen durch organisierte Gruppen: Bibliotheken geraten zunehmend ins Visier polititscher Akteur:innen. Als öffentliche Orte, die freien Zugang zu Wissen und Vielfalt garantieren, sind sie ein symbolisches Angriffsziel – und die Beschäftigten stehen dabei stets als erstes im Fokus. Die Gewerkschaft ver.di hat zu dieser Problematik eine Handreichung erarbeitet und stellt diese kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die Handreichung erläutert rechtliche Grundlagen und zeigt praktische Handlungsmöglichkeiten auf.
Handreichung als PDF herunterladen
Wenn Antisemitismus beginnt, wieder salonfähig zu werden, müssen
Demokratinnen und Demokraten mit Entschiedenheit dagegen vorgehen. Dabei
darf es nicht bei leeren Parolen bleiben, sondern bedarf des realen
Engagements von Beginn an – in den Familien, in Kita, Schule und
Bücherei. Kinder- und Jugendbü-cher können ein zentraler Baustein im
Kampf gegen Extremismus und Antisemitismus sein. Die Deutsche Akademie
für Kinder- und Jugendliteratur und der Sankt Michaelsbund haben daher
ein Extrablatt "Bücher gegen das Vergessen" zusammengestellt. Die
ausgewählten Medien vermitteln nicht nur theoretisches Wissen über Krieg
und Frieden, insbesondere auch die Gräuel der NS-Zeit, sondern können
vor allem Empathiefähigkeit und Zugewandtheit ausbilden, emotionale
Ver-bundenheit mit Menschen allgemein, sowie insbesondere den Jüdinnen
und Juden von damals und heute, schaffen.
Zudem bilden gute Kinder- und Jugendbücher durch ihre Erzählungen allgemein-menschliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz oder Mitgefühl ab, ohne dabei zu pädagogisieren. Die hier vorliegenden Empfehlungen leisten so auf verschiedene Weise wichtige Beiträge gegen das Vergessen. Sie sollten daher in keiner Bücherei fehlen, auch weil sie sich bestens für den Einsatz in Kita und Schule eignen.
Die Titel sind in einer Sonderausstellung im Rahmen der Münchner Bücherschau Junior von 7. bis 15. März 2026, 9 bis 18 Uhr, im Forum der Zukunft im Deutschen Museum in München zu sehen.
Redaktionsteam:
für die Auswahl der Bücher: Dr. Jana Mikota • Dr. Claudia Maria Pecher • Maximilian Mihatsch • Josef Rößner
für die Auswahl der App-Tipps:
Dr. Michael Stierstorfer und App-Jury
Das Projekt "Büchereien – Lernorte der Demokratie" wird von einer Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Lesen. Lernen. Haltung zeigen.“ begleitet, die sich vom 1. Oktober 2025 bis 13. Juli 2026 erstreckt. In Vorträgen und Praxisseminaren werden Büchereiteams und andere Interessierte hinsichtlich Gefährdungen und Schutz der Demokratie sensibilisiert, im Umgang mit extremistischen Störungen geschult und für das Gestalten einer demokratischen Büchereiarbeit fit gemacht.
Eine Übersicht über alle Termine der Reihe finden Sie unten als PDF zum Download. Die Veranstaltungen sind kostenfrei. Anmeldungen sind im Online-Kalender möglich.
Hoffnung – wir wollen uns nicht vor der Zukunft fürchten, sondern den Herausforderungen entgegenblicken
Selbstwirksamkeit – wir wollen die Menschen dazu ermutigen, selbst etwas zu ändern
Zuhören – die Bedingung für gesellschaftliche oder politische Kommunikation
Menschenwürde – die Lernorte sind ausschließlich für die Menschenwürde achtende Personen
Büchereien: Lernorte der Demokratie ist ein Projekt der KEB München und Freising und des Sankt Michaelsbundes, gefördert als Zukunftsprojekt der KEB Bayern.