Lehners schräge Lebenshilfe
24.01.2024

Vorsätze lustvoll in die Tonne treten

Vorsätze funktionieren nicht wirklich, haben in der Regel nur eine Haltbarkeit von einigen Wochen und beinhalten mehr Frust als Lust.

Lehners schräge Lebenshilfe abonnieren auf

Spotify    Deezer    Apple Podcasts    Google Podcast    RSS Feed    Podimo


Der Rosenheimer Hochschulseelsorger Karl-Heinz Lehner glaubt zu wissen, warum Vorsätze meistens dort landen, wo sie hingehören: Auf dem Müll.
Seine These: Wir fassen Vorsätze, weil wir fremdbestimmt werden von dem idealistischen Bild, wie wir zu sein haben und wie wir deshalb auch sein möchten. Beispielsweise soll der Körper rank und schlank und durchtrainiert sein, attraktiv und braungebrannt.
„Dann setze ich mich unter Druck, um einem Ideal zu entsprechen, von dem andere sagen, es sei wichtig und richtig für mich,“ fasst Lehner die Folgen zusammen. „Und ich fühle mich permanent schlecht, weil ich dieses Ideal nicht wirklich erreiche.“
Man arbeite also gegen sich selbst und höre nicht auf seine innere Stimme, die sagt: „So nicht mit mir!“ Das Ergebnis sei eine endlose Quälerei.
Wenn man allerdings diese innere Stimme einmal sprechen lasse und ihr zuhöre, ereigneten sich hin und wieder ganz erstaunliche Dinge und Manches, was bisher unmöglich erschien, bahne sich unauffällig und mühelos seinen Weg, erklärt er.
Es sei die andere Haltung, die man sich selbst gegenüber einnehme: Statt befehlend, restriktiv, ignorant und fremdbestimmend soll man freundlich, wohlwollend, interessiert und wertschätzend zu sich selbst sein.
Denn alles, was man tue oder nicht tue, habe einen guten Grund, sinniert der Hochschulseelsorger. Der erste Schritt sei also, zu beobachten. Wenn man zu viel isst, sei der Gedanke nicht zuerst: Iss weniger! Sondern die Erkenntnis: das Futtern ist jetzt ein Lösungsversuch, mit etwas klarzukommen.
Dann solle man sich freundlich die Frage stellen, welches Bedürfnis denn da gerade befriedet werden will.
Langeweile, Stressabbau oder weil viele Dinge zu nahe kommen und man sich mit den Pfunden auf der Hüfte Abstand verschaffen möchte – all das könnten die wahren Bedürfnisse sein.
Und dann könne man umgekehrt auch beobachten, wann, in welchem Kontext und welchen Situationen man sich wohlfühle und das Essen ein Genuss ohne Reue sei. „Tatsächlich sind Viele nicht so recht geübt, Ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen,“ stellt Lehner fest.
Ein einfühlsames, mitfühlendes Wahrnehmen dessen, was sich da gerade in einem tut, könnte der erste Schritt sein.
„Es geht darum, das Potential an Lösungen für unser Thema zu entdecken und der eigenen Intuition zu vertrauen.“

Weitere Podcasts