Robotik und Digitalisierung in der Kita
Ein Team der Caritas ist vor einiger Zeit nach Tallinn gereist, wo kleine Roboter schon in der Kita eingesetzt werden. Ganz so weit ist man in den Caritas-Kitas noch nicht, aber auch hier werden Tablet und Co angewandt.
Roboter in der Kita – erstmal erschrickt man bei dem Thema. Beim Caritas-Fachtag „Robotik und Digitalisierung im pädagogischen Alltag“ wird aber schnell klar, dass es dabei nicht um Roboter geht, die Mädchen und Buben wickeln und betreuen, sondern um kleines Spielzeug.
Janika Leoste, Professorin für Bildungsrobotik – Fakultät für Erziehungswissenschaften von der Universität in Tallinn erzählte in einem Vortrag, welche Einsatzmöglichkeiten es für Robotik in der Kita gibt. Sie hat in Estland durch mehrere Studien in Kitas und Schulen nachgewiesen, welche Vorteile Kinder beispielsweise im Bereich Mathematik haben, wenn sie bereits in der Kita regelmäßig Experimente mit Robotern machen.
Begeistert haben die kleinen Roboter, die Ozobots auch die Teilnehmer des Nachmittags. In der Seminarpause hatten sie die Möglichkeit, die kleinen Gesellen so zu programmieren, dass sie an farbigen Strichen entlangfahren, bei bestimmten Farbkonstellationen Turbos einlegen und Labyrinthe erkunden. „Mich fasziniert Technologie. Ich bin ein großer Fan von so etwas“, meinte Danielle Klan von der Kita „Villa Emilia“ in Ebersberg. Sie ergänzte: „Ich war zwanzig Jahre in Neuseeland. Und da war beispielsweise ein Online-Portfolio schon damals ein Thema. Hier bin ich gerade dabei, das schrittweise einzuführen.“
Noch nicht ganz so überzeugt war Schwester Alexandra von der Kita Sankt Bonifaz: „Ich bin hergekommen, um mir ein Bild zu machen, wie es eventuell in der Kita in Zukunft aussehen könnte. Ich bin sehr vorsichtig, was digitale Medien und beispielsweise Spielkonsolen angeht. Aber ich weiß, dass es nicht ohne geht und möchte für unsere Kindertagesstätte einen Mittelweg wählen“, erzählte sie.
Im zweiten Teil des Caritas Fachnachmittags referierten Julia Fritzemeyer und Ina Horlbeck, Leitung des Caritas-Integrationskinderhauses Regenbogen im Münchner Hasenbergl, darüber, wie Digitalisierung bei ihnen schon Einzug gehalten hat.
Julia Fritzemeyer ist Umweltpädagogin und immer mit den Kindern in der Heide oder zumindest im Garten unterwegs. Auch, wenn das Thema Digitalisierung und Natur da erstmal nicht ganz so naheliegend erscheint, Fritzemeyer hat oft das Tablet im Rucksack: Blumen fotografieren und danach ein Memory daraus machen, Töne vom angenehmen Vogelgesang bis zum nervenden Autobahnlärm aufnehmen oder kurze Trickfilme produzieren. Ihr macht es Spaß mit den Jüngsten mit dem Tablet auf Entdeckungsreise zu gehen.
Ina Horlbeck, die Kita-Leitung, macht aber schon die Erfahrung, dass die Hemmschwelle, Tablet und Co im Kita-Alltag als ergänzendes Werkzeug einzusetzen, groß ist. Es sei zwar eine Methode und ein didaktisches Material, das man in der Schublade habe und jederzeit verwenden könne. Der oft schwierige Gruppenalltag mit Personalmangel und herausfordernden Kindern, mache es aber oft schwer, sich mit den Möglichkeiten wirklich zu beschäftigen und eine Routine im Umgang mit beispielsweise dem Tablet zu bekommen.
Wobei es nicht immer gleich das große Projekt sein muss. Auch eine Minizeitrafferaufnahme, die dokumentiert, wie Schnee schmilzt könne Kindern und Team Spaß machen. Genau wie Umweltpädagogin Fritzemeyer hält Horlbeck den Umgang mit den digitalen Medien in der Kita für unumgänglich: „Digitale Medien spielen in der Lebenswelt der Kinder eine riesige Rolle. Wir finden es schön und bereichernd, wenn wir sehen, wie Kinder gemeinsam mit einem Tablet und einer bestimmten App arbeiten. Die aktive Mediennutzung ist etwas anderes, als wenn Eltern in der Abholsituation ihren Kindern ein Mobiltelefon in die Hand zu drücken, um sie ruhigzustellen."
Und auch wenn manche Zweifler bleiben, die Caritas-Kitas haben sich entschlossen, den Weg der Digitalisierung mitzugehen. Ob mit Tablet oder Roboter….



