Matzeder - Räuber, Mörder, Delinquent

Altbayern 1810 - 1851
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Buchprofile - Rezension
Lebensgeschichte des Mörders Franz Matzeder.
Zum 200. Geburtstag von Franz Matzeder im Jahr 2010 veröffentlichten die beiden Simbacher Autoren Fred Haller und Karl Kieslich die Lebensgeschichte Franz Matzeders. Die Historie des Räubers, des Vergewaltigers und letztendlich auch Mörders ist nun in zweiter Auflage erschienen. Es stellt eine Mischung aus nachweislichen Fakten und aus literarischen Erfindungen dar. Das Buch beginnt mit einer kurzen Darstellung der Rolle Bayerns zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Herumgerissen zwischen den Großmächten Preußen, Österreich und Frankreich, mit seinen jeweiligen Kriegen, war Armut ein Kennzeichen des Lebens in dieser Zeit. Dahinein wurde Franz Matzeder am 18. Juli 1810 in der Einöde Matzöd als Sohn eines Rossknechts und einer Tagelöhnerin geboren. Der Bub zeichnete sich schon als Kind durch Schlägereien und kleine Diebstähle aus. Nach und nach wurden die Verbrechen schlimmer und so kamen Strafen dazu, die im Strafarbeitshaus verbüßt werden mussten. Die „Erziehungsmaßnahmen“ dort waren extrem brutal, so dass im einen oder anderen Fall ein Ausbruch diese Zeit verkürzte. Mehrere Leute schlossen sich dem Matzeder an. Zwei von den Mitgliedern der Bande sind bekannt: Franz Reiter, sein erster Gefährte und Georg Weger stammten ebenfalls aus dem Rottal. Während letzterer nur zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde gab es für Matzeder und Reiter die Todesstrafe als Urteil. Am 23. Juni 1851 köpfte sie der Scharfrichter in Straubing. Dabei war das ein Volksfest mit Tausenden von Zuschauern. Das Buch ist sehr lebendig geschrieben. So wurden die biografischen Fakten, die aus literarischen Gründen nicht immer genau den Tatsachen entsprachen, in Kurzgeschichten mit kurzen Sachinformationen in eigenen Artikeln ergänzt. Das Buch zeichnet sich also auch dadurch aus, dass Leser einen Blick in die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts mit ihren soziologischen Schichtungen von ganz arm bis besonders reich werfen können. Dies geht aber nicht so weit, dass es etwa Verständnis für die Verbrechen Matzeders auslöst. Ein sachlich ergänzter Krimi für Leser spannender Bücher.
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Artikelbeschreibung

Welch tiefdunkle Abgründe muss die Seele des jähzornigen Räubers Franz Matzeder gehabt haben, dass er schier gewissenlos Menschenleben auslöschte? Oder war er selbst ein Opfer seiner Zeit? Gewiss formten Armut und Ausgrenzung von Kindesbeinen an seinen Charakter. Nach den Napoleonkriegen Anfang des 19. Jahrhunderts lag das Land wirtschaftlich am Boden. Hunger wurde zur Triebfeder für kriminelle Handlungen. Viele finstere Gestalten wurden seinerzeit wegen Straftaten aktenkundig, aber der gefürchtetste unter ihnen in ganz Altbayern war Matzeder. Neben unzähligen Raubzügen soll er neun Morde begangen haben. 1851 wurde der "gemeinschädliche Umtreiber", so hieß es in einer Zeitung, vor den Augen Tausender in Straubing hingerichtet. Selbst post mortem bestach der berüchtigte Niederbayer durch seinen ungebrochenen Blick. Mit einer detailgetreuen Nachbildung des berühmten Delinquenten lockte ein Regensburger Geschäftsmann zahlreiche Besucher in sein Wachsfigurenkabinett. Fred Haller zeichnet ein authentisches Bild dieser außergewöhnlichen Lebensgeschichte, er zeigt den Mörder und den Menschen Matzeder.

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