Von Erwählten zu Unerwünschten

Die Verdrängung der als "nichtarisch" oder "jüdisch versippt" verfolgten Mitglieder aus der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nach 1933
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Bayern im Buch-Rezension
Die Verdrängung nichtarischer Wissenschaftler in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ab 1938.
In dieser Untersuchung werden erstmals die Einflussnahme der NS-Diktatur auf den Wissenschaftsbereich und die gezielt einsetzenden Maßnahmen gegen die Länderakademien als Orte „reiner“ Wissenschaft dargelegt, analysiert und hinterfragt. Im Zuge der Entfernung der Juden aus der Beamtenschaft, der Wissenschaft, der Kunst sowie aus dem allgemeinen öffentlichen Leben kam es auch in der BAdW – konzentriert ab 1938 – zur „Verdrängung“ der als „nichtarisch“, „Mischling“ und „jüdisch versippt“ eingestuften und daraufhin verfolgten Mitglieder der Akademie. Die Voraussetzung dafür lieferten die „Nürnberger Gesetze“ von 1935, die mit dem „Reichsbürgergesetz“ alle Diskriminierungs- und Verfolgungsmaßnahmen absicherten und somit allen betroffenen Wissenschaftlern den Zugang zu Hochschulen und Universitäten verwehrten und bestehende Arbeits- und Mitgliedsverträge in Akademien für nichtig erklärten. In Bezug auf die BAdW nennt die Autorin 25 von der Verdrängung betroffene Mitglieder, deren Namen auf einer im Nachlass des Akademiepräsidenten Karl Alexander von Müller (1936-1944) gefundenen Liste vermerkt waren und deren Verdrängungsprozesse einzeln erklärt werden. Den größeren Teil der Arbeit nehmen jedoch aufschlussreiche Einzelporträts von Wissenschaftlern und Mitarbeitern der Akademie ein. Unter den Wissenschaftlern findet sich auch die Lebensbeschreibung Albert Einsteins (1879-1955), der bereits 1933 seinen Austritt erklärt hatte, denn „einer Gesellschaft, die, wenn auch unter äußerem Drucke, eine solche Haltung einnimmt, möchte ich nicht angehören.“ In den verschiedenen Biografien wird nicht nur das persönliche Schicksal deutlich, sondern am Zustand und Vorgehen der NS-gefügigen BAdW werden zum einen das totale Kontrollsystem des NS-Staates sichtbar, zum anderen das Versagen von Solidarität und Loyalität innerhalb der Akademie.
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Artikelbeschreibung

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 setzte ein umfassender Umgestaltungsprozess der deutschen Wissenschaftslandschaft ein. Davon waren insbesondere als "nichtarisch" oder "jüdisch versippt" verfolgte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betroffen.Während im Frühjahr 1933 große Entlassungswellen einsetzten, wurde die Verdrängung von Mitgliedern aus der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) erst 1938 durch eine Satzungsänderung möglich.Welche antisemitischen Anpassungsmaßnahmen nahm die Akademie ab 1933 vor? Welche Handlungsspielräume hatten Mitglieder und Mitarbeiter der BAdW vor ihrem Ausschluss? Wie erfolgte der Verdrängungsprozess? Die vorliegende Publikation liefert Antworten und kontextualisiert die Geschehnisse in der BAdW während der NS-Zeit. Im Mittelpunkt stehen die Biografien der Mitglieder und Mitarbeiter, die von der späten, aber umfassenden Verdrängungspolitik der BAdW betroffen waren

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