»Wir wollen nicht klagen«

Sölden und Söldner in Bayerisch-Schwaben
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Bayern im Buch-Rezension
Wichtige Veröffentlichung zu einer vergessenen Gruppe der dörflichen Welt Süddeutschlands.
Dieser Aufsatzband - der vierte in der vom Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren herausgegebenen Reihe "Leben - Wohnen - Arbeiten" - irritiert zunächst durch den leicht irreführenden Titel. Denn es geht nicht um Söldner im modernen Sinne, also angworbene Soldaten, sondern um die bäuerlichen Söldner, jene Landbewohner, die zwar über ein eigenes Haus („Sölde“) und etwas Land verfügten, aber nicht in der Lage waren, sich und ihre Familie damit zu ernähren. Sie waren also auf Zuverdienste als Handwerker, Tagelöhner usw. angewiesen. Hierarchisch standen sie damit zwischen den Hofbauern, die über ausreichend Land und (Spann-)Vieh verfügten, und den Besitzlosen, bildeten also sozusagen die Mittelschicht in der Dorfgemeinschaft. Ihre Zahl war dabei, so eine Erkenntnis der Lektüre, erstaunlich groß. Es wird zwar erläutert, warum man den historischen Ausdruck Söldner, trotz seiner Missverständlichkeit, anderen Ausdrücken wie dem in der Forschung populären Seldner vorgezogen hat, so ganz kann das aber nicht überzeugen. In zehn Beiträgen werden vor allem konkrete Beispiele von Söldnerhäusern untersucht und dargestellt, lediglich der Überblicksbeitrag von Ida Maria Vollmar vermag damit das Versprechen des Titels wirklich einzulösen. Fünf weitere Beiträge beschäftigen sich mit Bau- und Ausstattungsgeschichte des Söldnerhauses aus Deiningen im Nördlinger Ries, die restlichen vier mit Teilaspekten zu weiteren Söldnerhäusern. Inhaltlich sind alle Beiträge mit Gewinn, teilweise auch mit Genuss zu lesen. Der gut bebilderte Band erläutert Fachbegriffe, ist aber aufgrund der teils speziellen Themen wohl nicht für ein breiteres Publikum von Interesse.
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Artikelbeschreibung

Sie waren die Mehrheit auf dem Land - und sind heute fast vergessen: Söldner in Bayerisch-Schwaben. Dieser Sammelband holt sie ins Licht. Wie lebten Familien auf den kleinsten Höfen? Was besaßen sie, welcher Arbeit gingen sie nach? Beiträge zu Alltag, Biografien und Baugeschichte zeichnen ein vielschichtiges Bild dieser ländlichen Unterschicht im 19. und 20. Jahrhundert. Eine Spurensuche nach Menschen, die als Handwerker, Tagelöhner oder Saisonarbeiter ums Überleben kämpften - im kargen Anwesen, der Sölde.

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