Das Schweigen des Wassers

Kriminalroman
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Buchprofile - Rezension
Alte DDR-Seilschaften spielen auch nach der Wende noch eine Rolle.
Anfang der 90er Jahre. Ein eigenwilliger Bootsverleiher wird vermeintlich ertrunken im Wechtsee gefunden. Arno Groth, aus Hamburg heimgekehrter Kriminaler, hat von Anfang an Zweifel, während seine einheimischen Kollegen von einem Unglücksfall ausgehen. Der Tote war als Sänger bekannt und stand vor gut zehn Jahren schon mal vor Gericht, weil er verdächtig war, eine Tochter eines Polizisten ermordet zu haben. Er wurde trotz erzwungener Geständnisse freigesprochen. Erstaunlicherweise findet Groth im Kollegen Gerstacker einen Unterstützer seiner Theorie. Mehr oder weniger auf eigene Faust ermitteln sie weiter und schauen genauer auf die Bedienung eines nahegelegenen Ausflugslokals. Zeitweilig wirkt es so, als wäre Rache ein mögliches Motiv bei ihr. Doch dann führt sie ihr Spürsinn zu den alten – eben nicht auffindbaren – Akten und Notizen des Toten, wonach ihn mehrere Volkspolizisten im Gefängnis misshandelt haben. Einer von ihnen hat zwischenzeitlich Karriere in der Politik gemacht. Kämpft er um seine weiße Weste? – Die Autorin hat ihren Protagonisten sperrige Charaktere gegeben. Dadurch hat sie freien Spielraum für unerwartete Wendungen, aber auch für Verständnis, wie die Vergangenheit einen Menschen prägen, wenn nicht vernichten kann. Die Figur des toten Siegmar Eck kann für viele stehen, denen der Polizeiapparat der DDR dauerhaft Schaden zugefügt hat. Insoweit ist dieser Krimi ein Stück Zeitzeugnis.
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Kurz nach der Wende und damit 30 Jahre nach seiner Flucht in den Westen wird der Hamburger Hauptkommissar Groth in seine alte Heimatstadt in Mecklenburg zurückgeschickt. Dort soll er den örtlichen Kollegen zeigen, wie „richtige“ Polizeiarbeit geht. Keine gute Idee, denn im Osten gilt Groth als waschechter „Wessi“, von dem man sich ungerne belehren lässt. Und gerade jetzt wäre kollegiale Zusammenarbeit wichtig, denn kurz nach seiner Ankunft wird eine Leiche aus einem See gefischt. Groth ist davon überzeugt, dass dieser Tod kein Unfall, sondern Mord war. Seine Kollegen würden den Fall allerdings gerne schnell zu den Akten legen. In diesem Spannungsfeld entwickelt sich eine Ermittlung, die tief in die Geschichte der Stadt führt und bei Vielen alte Wunden aufreißt. Susanne Tägder ist eine hochinteressante neue Stimme auf dem Krimimarkt mit einem guten Gespür für Timing. Besonders beindruckend ist, wie gut die Juristin das Misstrauen zwischen Ost und West beschreibt. Mühelos beamt sie die Leserschaft mit dem Sound ihres Romans und herausragend guten Dialogen in die 1990er Jahre zurück. Man darf gespannt sein, worüber sie als nächstes schreibt, denn die Figur des Kommissar Groth ist noch lange nicht auserzählt.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Nominiert für den GLAUSER-Preis 2025 in der Kategorie »Debütroman«

»Diese Autorin ist gekommen, um zu bleiben.« Andreas Pflüger

Ein Toter im See. Ein Hauptkommissar zurück am Ort seiner Kindheit. Eine Stadt, die zu schweigen gelernt hat. Scharfsichtig und spannungsgeladen bis zum Schluss zeigt Susanne Tägder, was geschieht, wenn Menschen um jeden Preis ihre Macht erhalten wollen. Inspiriert von einem wahren Fall.

Mecklenburg, Anfang der Neunziger: Hauptkommissar Groth wird nach Jahren im Westen zurück in seine Heimatstadt geschickt. Als Aufbauhelfer Ost soll er Kollegen in westdeutscher Polizeiarbeit schulen. Dabei hat er selbst so seine Schwierigkeiten mit den Vorschriften, seit seine Tochter gestorben ist. Auf seinen Instinkt kann er sich allerdings noch immer verlassen. Als die Leiche des Bootsverleihers Siegmar Eck aus dem örtlichen See gefischt wird, weiß Groth, dass das kein Unfall war. Warum sollte ein guter Schwimmer wie Eck im See ertrinken? Und das kurz nachdem er Groth aufgesucht und behauptet hat, er würde verfolgt? Die Kollegen wollen den Fall zu den Akten legen, doch Groth ermittelt weiter. Und stößt dabei auf eine Spur, die ihn zu einer Kellnerin im nahegelegenen Ausflugslokal und zurück zu einem ungelösten Mordfall führt.

»Ein Roman von einer ungeheuer subtilen Wucht, der einen einsaugt und nicht mehr loslässt, nicht mal nach der letzten Seite. Susanne Tägder ist eine absolute Entdeckung!« Lucy Fricke

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Personeninformation

Susanne Tägder, geboren 1968 in Heidelberg, hat in Deutschland und den USA studiert und arbeitete danach als Richterin in Karlsruhe. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Schweiz und in Kalifornien. Ihre literarischen Texte wurden mit dem Walter-Serner-Preis und dem Harder-Literaturpreis ausgezeichnet. Für Das Schweigen des Wassers erhielt Susanne Tägder den Wittwer-Thalia-Debütkrimipreis und war für den Glauser-Preis in der Sparte Debüt nominiert. Susanne Tägder ist Preisträgerin des Deutschen Krimipreises 2025 mit »Die Farbe des Schattens« (National, 3. Platz).

Pressestimmen

»Susanne Tägder [...] zeigt sich als sensible Erzählerin mit großem Respekt vor ihren vielfach gebrochenen Figuren. Ein wertvoller Roman, der sehr genau die Befindlichkeiten einer schwierigen Umbruchszeit in den Blick nimmt.« Silke Arning, SWR Kultur, 27. April 2024 Silke Arning SWR Kultur 20240427
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