ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute

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Buchprofile - Rezension
Texte über Glaubensheld*innen aus dem ersten Testament und von heute zu Themen wie Körper, Geist, Gefühle, Intimität usw.
Ikonen sind in der religiösen Welt Bilder von Christus oder Heiligen, die ein Fenster in die geistliche Welt öffnen. Im säkularen Sprachgebrauch sind eher Helden oder Idole gemeint, wie z. B. der Bayern-Fußballer Thomas Müller. In „ICONS“ fließen diese beiden Bedeutungen ineinander. Das Buch enthält Geschichten von zwölf ikonischen Persönlichkeiten aus dem ersten Testament der Bibel und verbindet sie mit Texten junger Christ*innen, die sich in den sozialen Netzwerken mit dem Glauben auseinandersetzen. Die biblischen Persönlichkeiten und die Menschen von heute verbinden Themen wie Chaos und Ordnung, soziale Gerechtigkeit, Glaube und Zweifel, Körper und Gefühle. Lukas Springer (auf Instagram @glaube_liebe_pizza unterwegs) macht sich zur Gestalt des Noah Gedanken über Chaos und Ordnung, Mara Klein (@kle.mara, bekannt vom Synodalen Weg) schreibt unter der Überschrift „Ordnungslos“ über Menschen, die nicht in die Vorstellungen der katholischen Kirche passen, über Frauen, die geweiht werden wollen, und über queere Menschen. „Das Paradox der ‚Ungeordneten‘: Wir kommen nicht vor, aber wir sind da … Die kirchliche Schöpfungsordnung kennt uns nicht, aber G*tt hat uns geschaffen.“ Mit Jakob (Gen 25, der mit dem Traum von der Himmelsleiter) verbinden die Autor*innen starke Gefühle. Der Text über Jakob setzt beim Kampf am Jabbok ein, der als Folge eines großen Wutausbruchs beschrieben wird. Evelyne Baumberger (@evelyne_baum) befragt daran anschließend ihre Gefühle und kommt zu dem Schluss, dass „Gott auch durch Gefühle spricht und uns so Impulse gibt, die uns weiterbringen … [Gefühle] … machen uns erst zu ganzen, handlungsfähigen Menschen.“ Tamar verbinden die Autor*innen mit Intimität. Wie bei allen anderen biblischen Gestalten wird sie durch einen eindrucksvollen szenischen Text und eine kurze religionswissenschaftliche Einordnung eingeführt. Oliver Dedio (@dynamiskaidoxa) schreibt daran anknüpfend über Intimität aus Sicht eines behinderten Menschen, dessen Intimsphäre oft nicht respektiert wird. „Intimität ist für mich als behinderten Menschen ein Drahtseilakt. Er bedeutet tagtäglich Selbstakzeptanz in einer Gesellschaft, in der ich strukturell benachteiligt werde – aufgrund einer Tatsache, die ich nicht ändern kann, die mich prägt.“ Richtig zur Geltung kommen die Texte erst durch die ansprechende grafische Gestaltung, die innehalten lässt und Raum schafft für eigene Gedanken, und durch die Illustrationen von Liv Matthiesen, die die biblischen Gestalten sehr lebendig vor Augen treten lässt und dabei gängige Muster aufbricht. „ICONS“ bietet eine intensive Lektüre für junge und jung gebliebene Leute zu Themen, die nicht unbedingt in der Predigt oder der religiösen Literatur vorkommen (sollten sie aber). Sicher ein gutes Geschenk zur Firmung oder zur Konfirmation, auch zur Eheschließung, aber vor allem ein Buch, dessen Texte einen einfangen und zum Nachdenken anregen. (Religiöses Buch des Monats April)
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Artikelbeschreibung

Körper, Kunst, Unsicherheit, Arbeit und Beziehungen - das sind Themen, die uns Menschen seit Jahrtausenden beschäftigen. 
In zwölf Kapiteln, die jeweils einem dieser und weiteren Themen gewidmet sind, begeben wir uns auf die Suche nach uns selbst, nach Gerechtigkeit, Freundschaft, Liebe - und nach Gott.
In jedem Kapitel werden vier persönliche und herausfordernde Geschichten erzählt. Eine Perspektive stammt aus der Bibel, die anderen drei von Glaubensheld*innen unserer Zeit.
Die biografischen Erzählungen, Illustrationen und Gebete eignen sich sowohl zur persönlichen Inspiration als auch für die Arbeit in Gruppen.
Dieses Buch ist diversitäts- und diskriminierungssensibel, denn: Faith Spaces sind Safe Spaces! Auch als Buch.

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Personeninformation

Dr. Jan Kuhn (Jahrgang 1987) ist Historiker (M.A.) und promovierter Theologe. Er war lange Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Angewandte Pastoralforschung der Ruhr-Universität Bochum. Heute ist er Kirchenentwickler und digitaler Brückenbauer im Bistum Limburg und nimmt vielfältige Beratungs- und Publikationstätigkeiten wahr.

Lisa Quarch (Jahrgang 1996) ist katholische Theologin, Content Creatorin und Pastoralreferentin einer Pfarrei in Frankfurt am Main sowie Redaktionsleitung im crossmedialen Projekt "Faithpwr - Digitale Glaubenskommunikation".

Juliane Eckstein wurde 1983 geboren und vertritt derzeit die Professur für Katholische Theologie/Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Biblische Theologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Die Diplom-Dolmetscherin und promovierte Theologin studierte katholische Theologie in München und Jerusalem.

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