Tod am Kap

Geschichte des Burenkriegs
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte des Burenkriegs in Südafrika (1899-1902).
Als Buren werden die Nachfahren weißer Einwanderer, zumeist aus den Niederlanden, im südlichen Afrika bezeichnet. Im 19. Jh. schlossen sich die Burenrepubliken zur Südafrikanischen Republik mit der Hauptstadt Pretoria zusammen. Die Entdeckung von reichen Diamant- und Goldvorkommen auf dem Territorium der Buren löste Begehrlichkeiten der Briten aus. Dazu kam die dediziert antibritische Einstellung der Buren. 1880 kam es zum Krieg, auf der Seite der Buren war deren Präsident Paulus "Ohm" Kruger der medienwirksame Repräsentant, die britischen Interessen am Kap vertrat Cecil Rhodes. Ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, unter Einsatz aller damals bekannten Propagandamittel und mit immens hohem militärischem Aufwand wurde der erbarmungslose Krieg geführt. Der niederländische Historiker Martin Bossenbroek lässt seine Leser an dem Krieg teilhaben aus der Perspektive dreier Zeitzeugen: Der junge Winston Churchill als Kriegsberichterstatter, der niederländische Jurist Willem Leyds und der burische Kämpfer Deneys Reitz kommen in Form von Tagebuchnotizen und anderen Dokumenten zu Wort. Durch diesen Kunstgriff wird das Buch ungemein lebendig und unmittelbar in seiner Wirkung. Der sogenannte "Zweite Burenkrieg" gibt einen Vorgeschmack auf den "totalen Krieg" der dann im 20. Jh. kommen sollte. - Ein Musterbeispiel für Geschichtsschreibung auf höchstem Niveau: umfangreiche Recherche in gut lesbarer Manier präsentiert. Für große Büchereien empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Martin Bossenbroeks preisgekrönte Darstellung des Burenkriegs (1899 – 1902) ist aus der Perspektive des niederländischen Juristen Willem Leyds, des britischen Kriegsberichterstatters Winston Churchill und des burischen Kämpfers Deneys Reitz geschrieben. Deren Tagebücher, Briefe und Reportagen gewähren einen unmittelbaren Einblick ins Geschehen und informieren präzise und umfassend über Vorgeschichte, Motive, Verlauf und Folgen der Auseinandersetzung.
Angelockt von reichen Bodenschätzen, nicht zuletzt Gold und Diamanten, kommen immer mehr Abenteurer in die Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Transvaal – viele von ihnen britische Uitlanders. Als die Buren ihnen die Gleichstellung verwehren, schickt die Regierung in London eine Viertelmillion Soldaten ans Kap, um die Region dem Empire einzuverleiben. Die Welt erhält eine Vorahnung des totalen Kriegs: Britische Truppen schlagen Schneisen der Verwüstung durch die Burenrepubliken und weiten den Krieg gnadenlos auf die Zivilbevölkerung aus. Sie internieren 230.000 Menschen in concentration camps, 46.000 sterben, die meisten von ihnen Kinder. Im Kampfgebiet waren damals etwa 200 Korrespondenten unterwegs und versorgten die Weltöffentlichkeit so gründlich mitInformationen wie noch von keinem Krieg zuvor. Dank intensiver Auswertung dieser reichen Quellen kann Martin Bossenbroek ein so dichtes Bild des Burenkriegs entwerfen wie noch kein Autor vor ihm.

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