Wasser und Strom für München

Vom Cholera-Nest zur leuchtenden Metropole

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Bayern im Buch-Rezension

Spannender Report über die Entwicklung der Stromerzeugung und -versorgung in München Ende des 19. Jh.
Der Autor, ein Geschichtslehrer, stieß beim Ausbau der Kellerräume seiner Schule in der Münchner Innenstadt auf Katakomben. Bei seinen Recherchen in zahlreichen Archiven über die Bedeutung dieser Funde fand er heraus, dass es sich dabei nicht nur um die Überreste des ersten Münchner Elektrizitätswerks handelte, sondern dass diese Gewölbe einst Bestandteil des seit 1635 bestehenden Brunnhauses waren. Und so erläutert er in diesem spannenden Report denn auch die Entwicklung der Stromerzeugung und -versorgung in der bayerischen Landeshauptstadt am Ende des 19. Jh. Denn als ab 1893 die bis dahin vorherrschende Gasbeleuchtung auf Drängen Oskar von Millers auf Elektrizität umgestellt wurde, lieferten die im Brunnhaus installierten Turbinen, die von einem Seitenarm der Isar gespeist und angetrieben wurden, den benötigten Strom für die Haushalte im Münchner Osten und für die Beleuchtung eines Großteils der Stadt. Ein Umstand, den die in Wien erscheinende „Zeitschrift für Elektrotechnik“ im selben Jahr jubeln ließ, dass damit „München die bei weitem größte elektrische Straßenbeleuchtung des Continents“ besitzt. Der Autor erweitert seine Entdeckungen auch noch mit einer fundierten Darstellung der Geschichte der Wasserversorgung Münchens im Verlaufe der Jahrhunderte und befasst sich dabei auch mit Max von Pettenkofers Erkenntnissen über die Ursachen der Typhus- und Cholera-Epidemien, die allein im Jahre 1854 rund 3000 Bewohner dahingerafft hatten. Besonders zu rühmen ist dieses Geschichtsschmankerl jedoch wegen der üppigen Ausstattung mit zahlreichen auch ganzseitigen historischen Bildern, Fotos, Karten, Plänen, Bau- und Konstruktionszeichnungen und den Text bestens illustrierenden anderen historischen Dokumenten, auf die Autor und Verlag erfreulicherweise besonders großen Wert gelegt haben. Ein kenntnisreich verfasstes und reich bebildertes Sachbuch, das auch Leserinnen und Lesern außerhalb Münchens sehr zu empfehlen ist.

Alles begann, als Autor Alexander Rotter erkannte, dass er in seinem Keller eigentlich im überwölbten Flussbett des Katzenbaches stand.

Er folgte dem Lauf des ehemaligen Stadtbachs und machte eine sensationelle Entdeckung: Im Nachbargebäude hatten sich die Reste des 'Westenriederwerks', Münchens erstem städtischen Elektrizitätswerk, erhalten.

Seit dem Mittelalter wurden die Münchnerinnen und Münchner von Brunnenhäusern mit Wasser versorgt. Doch das Münchner Trinkwasser war schlecht. Wie in anderen Städten auch wüteten zudem immer wieder furchtbare Choleraepidemien. Erst die Leitung vom Mangfalltal verbesserte die Situation entscheidend und versorgt bis heute München mit hervorragendem Trinkwasser.

Zwei der überflüssig gewordenen Brunnenhäuser wurden zu Elektrizitätswerken umgestaltet: dem 'Westenriederwerk' und dem 'Muffatwerk' (Muffathalle). Turbinen lieferten die Kraft zum Betrieb gewaltiger Dynamo-Maschinen.

Sie versorgten seit 1893 die Münchner Stadtbeleuchtung mit Strom,
die damals in Boulevardblättern wie in Fachmagazinen als größte zusammenhängende elektrische Straßenbeleuchtung Europas gefeiert wurde.

Alexander Rotter, der Spur des Wassers folgend, beschreibt die Entwicklung der Wasserversorgung in München und die Wandlung der mittelalterlichen Brunnenhäuser zu modernen Elektrizitätswerken. Zahlreiche aus Archiven geborgene Originalzeichnungen und historische Fotos illustrieren Münchens Aufbruch zur modernen, leuchtenden Metropole.

Zusätzliche zeitgenössische Darstellungen, frisches, ansprechendes Design machen "Wasser und Strom für München" zu einem sehr gelungenen und äußerst informativen Buch.
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