Rückwärtswalzer

oder Die Manen der Familie Prischinger

  • Sofort lieferbar
22,00 €
inkl. MwSt.
buchprofile-Rezension
buchprofile-Rezension

Lorenz steht vor der delikaten Aufgabe, in Begleitung seiner Tanten seinen verstorbenen und tiefgefrorenen Onkel im Fiat Panda von Wien nach Montenegro zu überführen.
Lorenz Prischinger, Mitte 30, ein glückloser Schauspieler und vor allem völlig pleite, sieht sich vor eine delikate Aufgabe gestellt. Zusammen mit seinen drei Tanten soll er Onkel Willi von Wien 1029 Kilometer in sein Geburtsland Montenegro überführen. Da Onkel Willis Frau das für diesen Fall vorgesehene Geld ohne Wissen ihres Mannes in den veganen Onlineshop ihrer Tochter investiert hat, bleibt nur die Überführung in Onkel Willis quietschrotem Panda. Willi wird zu diesem Zweck bei einem Fleischer in der Nachbarschaft tiefgefroren. - Ein großartiger Plot, der sich zu einem humorvollen, verrückten Roman hätte auswachsen können. Stellenweise gelingt Vea Kaiser das auch, doch leider erstickt sie ihren Plot, indem sie ein Klischee nach dem nächsten abfeiert und ihren Charakteren Schicksalsschläge noch und nöcher andichtet. Da helfen auch die Kapitel nicht, in denen rückblickend die Familiengeschichte erzählt wird. Lorenz z.B. (über-)zeichnet sie nicht nur als erfolglosen, lebensuntüchtigen Schauspieler. Auch die Fernbeziehung zu seiner Freundin geht in die Brüche, weil er sich nicht für ihren Kinderwunsch begeistern kann. Hedi, Onkel Willis Frau, um ein weiteres Beispiel zu nennen, fühlt sich schuldig am Tod ihres Zwillingsbruders (Ende der vierziger Jahre) und geht zur Buße ins Kloster, wo sie nach allen Regeln des vorkonziliaren Vorurteils behandelt und ausgebeutet wird; zudem nutzt ein Arzt ihre Unerfahrenheit schamlos aus. Dabei kann Vea Kaiser gut erzählen, mit einem Hang zu skurrilen Figuren und Situationen, das hat sie zuletzt mit "Makarionissi" (BP/mp 15/920) bewiesen. Hier hat sie aber so übertrieben, das die Lektüre schon eine große Bereitschaft erfordert, Klischees zu ignorieren.
Empfohlen von

Mitarbeiter-Foto
Susanne  Steufmehl
Buchberatung
Sankt Michaelsbund
Mit der TV-Karriere des Wiener Schauspielers Lorenz will es nicht so recht vorangehen und auch seine Beziehung mit der Latein-Dozentin Steffi ist am Ende. Pleite und desillusioniert bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu seinen Tanten Wetti, Hedi und Mirl, den Schwestern seines Vaters, und Onkel Willi, Hedis Mann, zu ziehen. Er lässt sich ein wenig verhätscheln und (mit viel Fleisch) bekochen, während er seine Wunden leckt. Als plötzlich Onkel Willi stirbt, organisiert er eine illegale Überführung per Privatauto nach Montenegro, Willis Geburtsland, denn es war der Herzenswunsch des liebenswerten Onkels, dort begraben zu werden. Vea Kaiser erzählt mit viel Witz, Herz und Hintersinn die Geschichte(n) der Familie Prischinger, von Verlusten, Schuldgefühlen und Lebensumwegen. Und auch von Willi, der in Montenegro und Slowenien aufwuchs, eigentlich Titos Meisterspion werden wollte und schließlich in Wien landete. Ich kann mich nicht entscheiden, ob „Rückwärtswälzer“ genauso großartig ist wie „Makarionissi“ oder sogar noch besser.
Mitarbeiter-Foto
Ina Winkler
Buchhändlerin
Sankt Michaelsbund
Ein großartiger Familienroman mit der perfekten Mischung von Leichtigkeit und Schwere: Warmherzig und mit viel schrägem Humor wird hier die Geschichte der Familie Prischinger in Österreich erzählt. Als Lorenz zu seinen Tanten und seinem Onkel Willi ziehen muss, weil seine Schauspielkarriere nicht in Gang kommt und seine Freundin keine Lust mehr hat, ihn weiterhin zu unterstützen, ahnt er noch nicht, dass das der Beginn einer aberwitzigen, abenteuerlichen Reise nach Montenegro werden wird… Der Roman erzählt uns auch davon, wie die Toten die Lebenden begleiten und wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind. Ein wunderbares Buch!

Der neue große Roman der SPIEGEL-Bestseller-Autorin.
Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht.
Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander.
Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder
die Stadt noch ihre Ehe entwickeln sich so, wie sie es sich erträumte. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator, und als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, an dem sie mit selbigem fast schon abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran.

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo sie Altgriechisch, Latein und Germanistik studierte. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman »Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam«, der ebenso wie ihr Zweitling »Makarionissi oder Die Insel der Seligen« zum Bestseller avancierte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. »Rückwärtswalzer« ist ihr dritter Roman.

"eine tragikkomische Road-Novel [...] herzerwärmend gut gemacht" Günter Kaindlstorfer WDR 5 20190406
  • Das könnte Sie auch interessieren
C:\Internet\bonifatius\web\www_media\