Andere Leute

Roman

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Provokante Großstadtstudie einer jungen polnischen Autorin.
Kamil wohnt mit Mutter und Schwester in einer heruntergekommenen Wohnung einer Warschauer Hochhaussiedlung. Er ist ein Kleinkrimineller ohne festen Job, träumt aber davon, ein Rapper zu werden und eine CD aufzunehmen. Seine Freundin Anetta, eine Studentin, fragt sich, warum sie ihm nicht längst den Laufpass gegeben hat. Kamil hat ein Verhältnis mit der verheirateten, gelangweilten Iwona, die fast seine Mutter sein könnte. Iwona wiederum wird von ihrem Mann betrogen. - Maslowska zeigt die Einsamkeit und Verlorenheit des Großstadtmenschen. Gesellschaftskritisch nimmt sie aktuelle Themen wie Ernährungshype und Selbstoptimierungssucht aufs Korn. 2005 erhielt sie den deutschen Jugendliteraturpreis für ihren Debütroman "Schneeweiß und Russenrot" (BP 05/943). Die polnische Sprachvirtuosin, ein Star der jungen Literaturszene, spielt mit Literatur. Kurze stakkatoartige Sätze wechseln mit bandwurmartigen Gebilden und Dialogen und rhythmisieren ihren Text. Wer sich von der teils vulgären Sprache nicht abgestoßen fühlt, kann eine ungewöhnliche Autorin entdecken. Für aufgeschlossene Leser, die sich auf experimentelle Literatur einlassen wollen.

Eine von Smog und Verachtung vergiftete Stadt, teure Autos, billige Beziehungen, hohe Ansprüche und niederste Instinkte. Kamil träumt von einer Karriere als Rapper, wohnt aber noch bei der Mutter in einer Warschauer Plattenbauwohnung. Er dealt mit Rauschgift, jobbt als Klempner und lässt sich von seiner Kundin Iwona halb verführen, halb bezahlen. Sie lebt unglücklich mit ihrem Ehemann Maciej und dem kleinen Sohn Leon in einer von Mauern geschützten Immobilie. Ihr Mann begehrt sie nicht mehr, hat eine Geliebte. Iwona schüttet ihre Sorgen bei der ukrainischen Putzfrau aus, während Kamil wiederum, ohne es zu ahnen, Maciej Drogen verkauft - und so schließt sich der Kreis zwischen den Personen, entsteht ein Kaleidoskop aus Liebe und Betrug, Begierde und Eitelkeit.

Dorota Maslowska erzählt in einer schillernden Sprache, mitreißend und provokant, einfühlsam und drastisch - und mit einem abgrundtief schwarzen Humor, der dem Leser noch bei der grausamsten Wahrheit das Lachen aus dem Halse
kitzelt. Ihr Roman ist wie eine Versuchsanordnung, eine explosive Mischung, in der die Jedermänner und Jedefrauen ihr Innerstes nach außen kehren. Am Ende steht die Frage: Die anderen Leute - sind das womöglich wir selbst?

Maslowska, Dorota
Dorota Maslowska wurde 1983 in Wejherowo, Polen, geboren. Ihr Debütroman "Schneeweiß und Russenrot" wurde begeistert aufgenommen und in mehr als zehn Sprachen übersetzt; 2005 erhielt sie dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten die Romane "Die Reiherkönigin" und "Liebling, ich habe die Katzen getötet". Maslowska wurde mit den wichtigsten polnischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Sie schreibt zudem Bühnenstücke, die auch in Deutschland aufgeführt werden. Maslowska lebt mit ihrer Tochter in Warschau.

Kühl, Olaf
Olaf Kühl, 1955 geboren, studierte Slawistik, Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte und arbeitet seit 1996 als Osteuropareferent für den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Er ist Autor und einer der wichtigsten Übersetzer aus dem Polnischen und Russischen, u.a. wurde er mit dem Karl-Dedecius-Preis und dem Brücke Berlin-Preis ausgezeichnet. Sein zweiter Roman, «Der wahre Sohn», war 2013 für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Eine Leseerfahrung wie eine grandiose, harte, dreckige Droge. Pascal Fischer SWR 2 "Lesenswert" 20200205
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Roman
KIEPENHEUER & WITSCH , 2015
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Roman. Ausgezeichnet mit dem Polityka-Preis, dem Nike-Literaturpreis und mit 'Die besten 7 Bücher für junge Leser', 05/2004 sowie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2005, Kategorie Jugendbuch. Deutsc
KIEPENHEUER & WITSCH , 2004
Kartoniert/Broschiert
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