Das Geheimnis des Galiläers

Ein Nachtgespräch über Jesus von Nazaret

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Das religiöse Buch des Monats September 2019

Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.

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Ein ausführliches Gespräch über Jesus von Nazaret und was die Theologie über ihn zu sagen hat.
Nach dem großen Erfolg seines Buches "Der christliche Glaube erklärt in 50 Briefen" (BP/mp 18/718) mit Briefen an die zwar nicht echte, aber doch sehr lebensecht gezeichnete und sympathische Familie Westerkamp hat sich Gerhard Lohfink wieder den "interessierten Herrn Westerkamp" als Gesprächspartner gewählt, um diesmal mit ihm in einem sehr dichten fiktiven Dialog die wichtigsten Fragen über Jesus von Nazaret zu beleuchten. Denn was Herr Westerkamp nach seiner Taufe in theologischen Büchern über Jesus gelesen hat, konnte ihn in seinem Glauben nicht bestärken, es hat ihn vielmehr völlig verunsichert. Wer theologische Abhandlungen lese, bekomme den Eindruck, Jesus habe das, wovon die Evangelien berichten, niemals gesagt oder getan, alles sei im Grunde eine nachträgliche Erfindung einer christlichen Urgemeinde, beklagt sich Herr Westerkamp bei Gerhard Lohfink. Dieser beruhigt ihn jedoch: Dass in der Theologie als Wissenschaft alles angezweifelt werden kann, heißt noch lange nicht, dass man nun nichts mehr glauben dürfe und es nicht auch gute Gründe gebe, den Evangelisten zu vertrauen. Gemeinsam gehen sie die wichtigsten Fragen durch: Welche Jesus-Worte sind wohl authentisch und welche womöglich nachträgliche Zuschreibungen? Was ist an den Evangelien zuverlässiger historischer Bericht, was theologische Deutung des jeweiligen Evangelisten? Wie kann man den Sinn von Jesu Gleichnissen heute noch verstehen? Dabei erfährt Herr Westerkamp einiges für ihn Neue und zum Teil auch Überraschendes. Die Gesprächsform mit Verständnisrückfragen, Ergänzungen oder Einsprüchen eignet sich dabei wirklich besonders gut, um auch komplexere Sachverhalte und Hintergründe gut verständlich und sogar spannend und unterhaltsam zu präsentieren. Im Vorwort wünscht sich der Autor, sein Buch möge vielen Menschen helfen, dem Geheimnis Jesu näher zu kommen. Das Potential dazu hat es in jedem Fall. (Religiöses Buch des Monats September)
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 Das religiöse Buch des Monats
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Stefan Kopsch
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Buchhandlung Paderborn, Paderborn
Schönheit und Wucht der Worte Jesu – eindrücklich vor Augen geführt
Wer war dieser Jesus wirklich, wie hat er sich selbst gesehen, was war sein Anspruch? Diesen Fragen geht der Tübinger Theologe Gerhard Lohfink in seinem neuen Buch nach. Ins Zentrum rückt er dafür die Worte Jesu selbst, spürt diesen nach, schlüsselt sie sorgsam und kenntnisreich auf. Er betrachtet dafür den historischen Kontext ihrer Entstehung und arbeitet rhetorische Kunstfertigkeit der Aussprüche und Gleichnisse Jesu heraus. Als Leser/in bekommt man so einen guten Eindruck darüber vermittelt, welch eine prägnante, raffinierte, anschauliche und bildgewaltige Sprache Jesus zu Gebote stand, um seine Zuhörerschaft zu fesseln. Gerhard Lohfink lässt jedoch ebenso deutlich werden, wie mahnend, provozierend, unbequem, anstößig, ja bisweilen revolutionär die Aussagen Jesu waren und zum Teil bis heute sind. In der Tat, Jesus fällte harte Worte und verwendete keinen Weichzeichner. Lohfinks neues Buch liest sich daher stellenweise wie ein Appell gegen die Verharmlosung Jesu.
Die klugen und stets gut nachvollziehbaren Auslegungen des Autors tragen mit Sicherheit zu einem besseren Verständnis Jesu bei, wenngleich letztendlich dann doch etwas von dem Geheimnis des Galiläers bewahrt bleibt. Und das ist auch gut so!
 

Zwei Menschen ringen um die Frage, was Jesus wollte und wer er war. Ihr Gespräch hat am Abend begonnen und zieht sich immer weiter hin - bis zum frühen Morgen. Es geht um den Anspruch Jesu. Wie hat er sich selbst verstanden? Als Weisheitslehrer? Als Prophet? Als eine Art Messias? Oder als viel mehr? Die Antwort können letztlich nicht irgendwelche Hoheitstitel geben, sondern vor allem das, was hinter den ureigenen Worten und Taten Jesu hervorleuchtet: das Geheimnis des Galiläers. Die knappen, scharfkantigen und oft provozierenden Worte Jesu, seine Gleichnisse und genauso seine Handlungen, Gesten und Zeichen, werden in diesem spannenden Buch neu ausgeleuchtet und erkundet. Neben der Frage nach dem wahren Anspruch Jesu geht es Gerhard Lohfink vor allem auch darum, die Wucht und Schönheit möglichst vieler Jesusworte vor Augen zu führen.

Lohfink, Gerhard
Gerhard Lohfink, geb. 1934, bis 1986 Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen, lebt und arbeitet als Theologe in der Katholischen Integrierten Gemeinde.
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