Zeitenwende 1979

Als die Welt von heute begann

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Zehn Ereignisse von 1979, die richtungsweisend waren für Entwicklungen bis in die Gegenwart.
Mit dem Begriff Zeitenwende verbindet man gewöhnlich Jahreszahlen wie 1945 oder vielleicht auch 1989. Frank Bösch, Professor für Europäische Geschichte des 20. Jh. an der Universität Potsdam, sieht, angeregt von Stimmen aus dem angelsächsischen Bereich, im Jahr 1979 den Beginn der "Welt von heute" (Untertitel). Dies zeigt er an zehn Ereignissen auf. Die Revolution im Iran erscheint als Beginn der Herausforderung des Westens durch den radikalen Islam, mit der Revolution in Nicaragua beginne eine Solidarität mit der Dritten Welt. Chinas Öffnung steht für die Wege in die Globalisierung. Die Rettung der Boatpeople aus Vietnam wird mit der gegenwärtigen Rettung von Flüchtlingen in Verbindung gebracht. Der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan gilt als Umbruch im Kalten Krieg. Die zweite Ölkrise erschließt Wege zum Energiesparen. Der AKW-Unfall bei Harrisburg hat die Angst vor der Atomkraft verstärkt. Der Siegeszug des Neoliberalismus beginnt mit der Wahl von Frau Thatcher zur britischen Premierministerin. Dieser und die Gründung der Partei Die Grünen (offiziell erst im Januar 1980) stehen als Zeichen zweier politischer Prägungen der Gegenwart. Die Herausforderung des Sozialismus durch Papst Johannes Paul II. war erfolgreich und zeigt den weltweit zunehmenden Einfluss von Religion. Ausführlich behandelt Bösch die Wirkung der amerikanischen Fernsehsendung "Holocaust". Sie habe zu einer "universalisierte(n) Auseinandersetzung mit der Geschichte" geführt. Das wird man wohl nicht so monokausal sehen müssen. Insofern liefern die zehn Kapitel unterschiedlich starke Belege zur im Titel des Buches genannten These. Insgesamt ist dem Autor für die informative und gut lesbare Vergegenwärtigung zeitgeschichtlicher Vorgänge und ihrer Auswirkung bis in die Gegenwart zu danken.

Im Jahr 1979 häuften sich weltweit Krisen, euphorische Aufbrüche und Revolutionen. Die iranische Revolution, Thatchers Neoliberalismus oder die Öffnung Chinas veränderten ebenso die Welt wie die Aufnahme der BoatPeople, der AKW-Unfall von Harrisburg oder der sowjetische Einmarsch in Afghanistan.
Frank Bösch nimmt uns mit auf eine faszinierende Zeitreise zu den Quellen unserer Gegenwart. 1979 gilt als "das Schlüsseldatum des 20. Jahrhunderts" (Peter Sloterdijk) und wird als der "Beginn der multipolaren Welt von heute" (Claus Leggewie) bezeichnet. Die iranische Revolution brachte den fundamentalistischen Islam auf die weltpolitische Agenda, während der sowjetische Einmarsch in Afghanistan auf die Krisenherde des 21. Jahrhunderts vorauswies. Der Papstbesuch in Polen, der von Millionen gefeiert wurde, beschleunigte den Untergang des Sozialismus. Margaret Thatcher verkündete eine neoliberale, die neugegründete grüne Partei eine ökologische Wende. Und die vietnamesischen Boat People kon
frontierten die Deutschen erstmals mit weltweiten Flüchtlingsströmen. Frank Bösch schildert in seinem brillanten Panorama mit bisher unbekannten Dokumenten, wie diese Ereignisse 1979 aufkamen und welche Folgen sie für Deutschland hatten: politisch, kulturell und - mit Energiespar-Appellen, Nicaragua-Kaffee, Fremdenhass und Willkommenskultur - auch für unseren Alltag.

Frank Bösch ist Professor für Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF).

"Frank Bösch zeigt sehr kenntnisreich die nachwirkende Bedeutung von 1979."
Cicero Literaturen, Alexander Grau

"Ein historisch doppelt gelungener Perspektivwechsel: zeitlich und räumlich. Durch das gut begründete Zusammenfügen von Ereignissen in weit voneinander entfernten Ländern entsteht das Mosaik eines welthistorischen Umbruchs."
Neue Zürcher Zeitung, Moritz Behrendt

"Zum Glück gibt es jetzt diese schöne Buch."
Literarische WELT, Jan Küveler

"Lohnend und spannend."
BR2 Kulturjournal, Niels Beintker

"Ein einsichtsreiches Sachbuch über die Geburt des Neoliberalismus und der grünen Ideologie, das Ende des sowjetischen Imperiums und den Beginn der Herrschaft der Ayatollahs."
Tagesspiegel, Denis Scheck

"Böschs Buch beeindruckt durch seine Materialfülle und seine sorgfältige Argumentation."
taz, Rudolf Walther

"Sehr erhellend (...) Eine sehr lesenswerte Lektüre."
General Anzeiger, Christel Engeland

"Bösch trennt die Ereignisse in Kapitel - und fügt sie doch durch oftmals über
raschende Bezüge immer wieder zusammen in eine ,große Erzählung'. So entsteht Globalgeschichte."
Der Tagesspiegel, Frank Herold

"Ein Beispiel für die Wissenschaftsdisziplin jüngste Zeitgeschichte, wie sie besser kaum sein kann."
WELT.de, Sven Felix Kellerhoff

"Für seine These, dass 1979 eine Zeitenwende war, findet Bösch eindeutige Belege und klare Argumente. Sein Buch bietet eine neue Perspektive und füllt so eine Leerstelle in der deutschen Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur."
Deutschlandfunk Kultur, Moritz Behrendt

"Frank Böschs Buch ist ein wunderbarer Brunnen, aus dem man gar nicht genug schöpfen kann. Es enthält eine Fülle von Erkenntnissen, deren viele auch Kenner der Zeitgeschichte packen werden."
Süddeutsche Zeitung, Franziska Augstein
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