Wenn das Leben dir eine Schildkröte schenkt

Roman

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Psychogramm einer Familie, das kein gesellschaftlich diskutiertes Thema auslässt.
Der Tod der Schildkröte Charly, die einst den drei Kindern der Witwe Frieda von ihrem, nach dem Verlust ihres Mannes, neuen Lebensgefährten geschenkt wurde, ist Anlass, dass alle Kinder und Kindeskinder zusammengetrommelt werden, um dem Ableben des geliebten Haustieres gebührend zu gedenken. Im Verlauf des Romans kommen nun die Kinder Nele, Mattis und Karen zu Wort sowie wiederum deren Kinder, Max, Ben, Thomas und Lena und Heinrich, der Witwe zweiter Mann. Jeweils aus deren Perspektive und mit vielen Rückblicken entspinnt sich die Familiengeschichte aller Beteiligten. Hier lässt die Autorin nichts aus, was das Menschen- und Gesellschaftsleben umtreibt: unheilbare Krankheit, schwererziehbare Kinder, Homosexualität, Vergewaltigung, versuchten Suizid, Untreue, Gewalttätigkeit und Selbstverwirklichung. Über alldem liegt aber eine verständnisvolle Menschlichkeit, die den schweren Stoffen den Druck nimmt und sie damit verdaubar macht, ihnen vielleicht aber auch nicht immer gerecht wird. Dies scheint aber auch nicht der Anspruch zu sein, eher das Schaffen einer Projektionsfläche für krisengebeutelte Familienmitglieder, die sich, in guter Gesellschaft wissend, aus der eigenen Realität davonlesen können. Dazu ist das Buch gut geeignet, wenn es doch insgesamt etwas dick aufträgt. Etwas überladen, leicht zu lesen und punktuell bedenkenswert.

Eine Familie, die manchmal keine sein will, eine Schildkröte, die sie 40 Jahre begleitete und ein Geheimnis, das wohl oder übel ans Licht kommen muss ...

"Charly ist tot. Ich kann nichts dafür." Mit diesen Worten lädt Großmutter Frieda die Familie in den Garten der alten Villa in Murnau zur Beisetzung ein. Charly, das war die Schildkröte der Familie, mit der vor über 40 Jahren alles begann. Denn Heinrich, der Großvater, der eigentlich gar nicht der Großvater ist, brachte Charly damals als Geschenk mit für die Kinder von Frieda, in die er sich gerade verliebte. Doch dass Heinrich auch Geheimnisse mitbrachte, die er länger hüten würde, als Charly am Leben sein sollte, ahnte damals keiner. Und er ist nicht der einzige in diesem zusammengewürfelten Clan, der mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen hat. Doch alle machen sich auf den Weg, um Charly die letzte Ehre zu erweisen. Es wird ein Tag, an dem alle etwas zu Ende bringen wollen und sich dennoch ein neuer Anfang entwickelt ...

Duken, Heike
Heike Duken, geboren 1966 in München, studierte Psychologie und arbeitet in Nürnberg als Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis. Sie schreibt, seit sie die Buchstaben kennt, ihr erstes Werk war eine Piratengeschichte in der dritten Klasse. Ihr Romanprojekt "Wenn das Leben dir eine Schildkröte schenkt" wurde mit einem Stipendium des Deutschen Literaturfonds gefördert.

"[...] originelle Story und Charaktere, die zu Herzen gehen." Für Sie
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