Rausch und Stille

Beethovens Sinfonien

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Lesenswerte Einführung in Beethovens sinfonisches Schaffen.
Sein Freund Grillparzer fasst die Zumutung, die Beethovens Musik, insbesondere die Sinfonien, seinerzeit ans Publikum stellt, in den Worten zusammen "Ward's Genuss schon? Ist's noch Qual?". Karl-Heinz Ott, als Musikwissenschaftler vor seiner Schriftstellerlaufbahn (zul. "Und jeden Morgen das Meer", BP/mp 19/162) jahrelang erfolgreicher Theaterdramaturg, versteht auf faszinierende wie sachkundige Weise, die Herausforderung der Beethovenschen Sinfonien, garniert mit vielen biografischen Details, dem Leser nahezubringen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird den Giganten Beethoven nicht mehr reduzieren auf die Schicksals-Taktschläge seiner fünften Sinfonie oder auf die bis zum Pop-Song gewandelte "Ode an die Freude". Otts Eingehen auf jede Sinfonie im Kontext von Harmonietechnik und Geistesgeschichte bietet Aufschluss über die Zusammenhänge kompositorischer Technik und Hörerwartung und ist somit auch eine Einführung ins Reich der sinfonischen Musik. Weil Ott weniger Musikanalyse, sondern mehr Wirkungsästhetik und Rezeptionsanalyse betreibt, ist das Buch gerade für Laien höchst spannend zu lesen. Hier steht er in guter Tradition von Beethoven-Büchern wie etwas Peter Schleunings "Warum wir von Beethoven erschüttert werden" (1978), das dann leider in der umfassenden Bibliografie fehlt. Sein erzählerisches Talent verbindet in schöner Weise die Beschreibung der musikalischen Gestalt mit der ihres Komponisten und des zeitlichen Horizonts. Zwei einführenden Kapiteln folgen die Sinfonien, wobei zu jeder Analyse einer Sinfonie je ein betrachtendes Kapitel folgt, das einem charakteristischen Ansatz oder Gedanken aus dieser Sinfonie entspringt und zugleich ein Licht auf das gesamte sinfonische Schaffen Beethovens wirft. Der dritten Sinfonie etwa folgt das Kapitel "Lust an Trauermusik", der sechsten "Orpheus gegen Prometheus", der neunten "Sturm und Stille". Notenbeispiele, eine umfassende Bibliografie und ein Personenregister vervollständigen das Buch. - Für Bestände mit Musikschwerpunkt ein Muss, alle anderen sollten ihre Klassik-Hörer darauf hinweisen, schließlich ist 2020 Beethovens 250. Geburtstag.

Ludwig van Beethovens neun Sinfonien sind Meilensteine der Musikgeschichte: Nie zuvor hat reine Instrumentalmusik einen so vielschichtigen, klanggewaltigen Kosmos erschaffen.
Karl-Heinz Ott lädt uns ein auf eine literarisch-philosophisch inspirierte Reise, spürt der Wirkung der Sinfonien durch die Jahrhunderte nach, erzählt von dem Rausch, in den sie uns versetzen, und fragt: Warum entfaltet diese Musik nach wie vor einen solchen Sog? Für Kenner wie Einsteiger gleichermaßen ein Gewinn.

Ott, Karl-Heinz
Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen an der Donau geboren. Für sein Werk ist er mehrfach ausgezeichnet worden, u. a. mit dem Friedrich-Hölderlin-Förderpreis (1990), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014). Zuletzt erschien von ihm u. a. Tumult und Grazie. Über Georg Friedrich Händel (2008) und die Romane Die Auferstehung sowie Und jeden Morgen das Meer. Karl-Heinz Ott lebt in Freiburg

"Ein Emotionsprotokoll in einfühlsamer, gebundener Prosa." Christiane Wiesenfeldt Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2019
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