Muslimisch, männlich, desintegriert

Was bei der Erziehung muslimischer Jungen schiefläuft

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Über die Schwierigkeiten bei der Integration von männlichen jugendlichen Muslimen.
Seit der Silvesternacht 2015 richtet sich der Blick vermehrt auf auffälliges Verhalten junger muslimischer Männer. Statistisch gesehen ist der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund unter Gefängnisinsassen fast dreimal so hoch wie in der Bevölkerung. Die Ursachen für dieses Phänomen erklärt Ahmet Toprak, selbst Sohn türkischer Arbeitsmigranten und heute Professor für Erziehungswissenschaft an der FH Dortmund. Zum einen liegt es an der Erziehung durch die Eltern, die den Söhnen sehr viele Freiheiten lassen. Obwohl die Eltern für ihre Kinder einen Bildungserfolg anstreben, sind sie nicht dazu in der Lage, ihnen die hierfür erforderliche kulturelle und soziale Teilhabe zu ermöglichen, da sie an ihren traditionellen Werten und Gepflogenheiten festhalten möchten. In ihrer Freizeit orientieren sich die Jugendlichen dann meist an den Peer Groups, wo sie betont männliches Verhalten an den Tag legen. Hochaktuell und informativ eignet sich das Buch für viele Büchereien.

Jungen aus türkischen und arabischen Familien brechen öfter die Schule ab, werden häufiger arbeitslos und gewalttätig. Zudem sind sie oft anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung. Ist das alles mit dem Bildungsniveau der Eltern und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu erklären? Dem Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak zufolge gründet das Problem der neuen Bildungsverlierer nicht nur in einer verfehlten Integrationspolitik. Ausgehend von seiner Forschung, seinen Erfahrungen als Sozialarbeiter und seiner eigenen Biographie belegt er, dass der gesellschaftliche Misserfolg der Jungen in erster Linie an der Erziehung im Elternhaus liegt. Analytisch stark und unterstützt mit Fallbeispielen zeigt Toprak die Gründe und macht unmissverständlich klar, was sich ändern muss, damit Integration funktionieren kann.

Toprak, Ahmet
Ahmet Toprak, 1970, kam mit zehn Jahren aus einem zentralanatolischen Dorf zu seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Hauptschulabschluss ging er zurück in die Türkei, machte Abitur und studierte ein Jahr lang Anglistik. 1991 setzte er sein Studium in Deutschland fort und wechselte schließlich zur Pädagogik. Nach dem Diplom 1997 arbeitete er als Anti-Gewalt-Trainer mit mehrfach straffälligen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und promovierte parallel. Seit 2007 ist er Professor für Erziehungswissenschaft an der FH Dortmund.

"Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak argumentiert nicht nur mit Ergebnissen seiner Forschungsarbeit. Er zieht auch zahlreiche Fallbeispiele heran, seine Erfahrungen als Sozialarbeiter und auch eigene biografische Erlebnisse. Eigentlich ungewöhnlich für einen Wissenschaftler. Aber dafür macht es das Sachbuch "Muslimisch - Männlich - Desintegriert" interessanter und authentischer. Toprak benennt die sozialen Probleme, die mit Kultur und Religion der muslimischen Bevölkerung verbunden seien. Er macht es sachlich und ohne anzuklagen und fordert, dass muslimische Jungen besser gefördert werden. Auch damit sie nicht anfällig werden für radikale Botschaften.", Deutschlandfunk, Levent Aktoprak, 07.01.2020
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