Götter ohne Menschen

Roman

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Brillant geschriebene Road-Novel über drei Menschen, über Übersinnliches und über die Folgen der Digitalisierung für die menschliche Identität.
Eigentlich will das New Yorker Ehepaar Jaz und Lisa mit dem autistischen Sohn in die sagenumwobene Mojave-Wüste in Kalifornien fahren, um ihrer Beziehung noch eine Chance zu geben. Doch dann verschwindet der vierjährige Bub spurlos, und das an einer Stelle, die für die Einheimischen schon lange als Ort des Übersinnlichen gilt: 1778 hat ein Missionar, so berichtet er in seinem Tagebuch, einen veritablen Engel gesehen. Und gleich in der Nähe bei einer eigenartigen Felsformation wollte 1974 ein Flugzeugmechaniker mithilfe dieser mysteriösen Felsen Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen. Trotz vielen Suchens durch Jaz und Lisa wie die Polizei bleibt Raj spurlos verschwunden. Schließlich werden im Internet die Eltern verdächtigt, selbst Urheber des rätselhaften Verschwindens zu sein. Je verzweifelter die beiden suchen, umso mehr müssen sie auch feststellen, dass das Übersinnliche, nicht Fassbare nicht nur Thema der Vergangenheit und seiner Überlieferungen war, sondern in Zeiten, in denen die globale Digitalisierung jeden und alles im Griff zu haben scheint, realer ist als je zuvor. - Hari Kunzru gehört zur ersten Garde der britischen Schriftsteller. Auch sein neuester Roman ist wieder ein Meisterwerk, in dem er eine spannende Handlung verquickt mit tiefgehenden Gedanken über das Wesen des Menschen und seine Suche nach eigener Identität und Integrität in einer sich immer schneller wandelnden Welt. Sehr gelungen auch die Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner, die die Lektüre der gut 400 Seiten zu einem literarischen Erlebnis macht.

Jaz und Lisa Matharu reisen mit ihrem autistischen Sohn in die kalifornische Mojave-Wüste, um dem New Yorker Alltag zu entfliehen und ihre Ehe zu retten. Doch bei einem Ausflug verschwindet der vierjährige Raj in der Nähe einer Felsformation, die die bizarre Landschaft prägt und seit jeher Objekt mythischer Vorstellungen ist. 1947 ließ sich an gleicher Stelle ein ehemaliger Flugzeugmechaniker namens Schmidt nieder, der in den Felsen eine natürliche Antenne sah, um Kontakt zu Außerirdischen aufzunehmen. Quellen zufolge war dort bereits 1778 dem Missionar Francesco Garcès ein Engel erschienen, in Menschengestalt, mit dem Kopf eines Löwen ... Alle Versuche der Polizei, Raj zu finden, scheitern, und es tauchen vermehrt Blogs und Tweets auf, in denen Jaz und Lisa verdächtigt werden, selbst für das Verschwinden ihres Kindes verantwortlich zu sein.
Meisterhaft verknüpft Hari Kunzru eine Vielzahl von Schicksalen zu einem hellsichtigen, hochaktuellen Roman, der zugleich Gegenwartspanorama
und Echokammer der Vergangenheit ist. Denn gestern wie heute ist das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen immer auch ein Kampf um Wahrheit und Macht.

Hari Kunzru, 1969 in London geboren, gehört zu den wichtigsten britischen Autoren seiner Generation. Für seinen Debütroman »The Impressionist« erhielt er 2003 u.a. den Betty Trask Award und den Somerset Maugham Award. Er wurde in die renommierte Granta-Liste aufgenommen und 2005 bei den British Book Awards als Autor des Jahres ausgezeichnet. Er veröffentlichte bislang fünf Romane, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. 2016 war Hari Kunzru Fellow an der American Academy in Berlin, derzeit lebt und arbeitet er in New York.
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