Das Feld

Roman

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Ein Friedhof - 29 Verstorbene schauen auf ihr Leben zurück.
Auf dem Feld, einem Friedhof einer Kleinstadt irgendwo in Deutschland, sitzt jeden Tag ein alter Mann und denkt über seine hier begrabenen Mitbürger nach. Da er fast jeden gekannt hat, hat auch jeder der 29 beschriebenen Protagonisten eine eigene Lebensgeschichte zu erzählen. So kommen sowohl der Bürgermeister des Ortes zu Wort, der für das größenwahnsinnige Projekt des Freizeitzentrums verantwortlich ist, als auch der Obsthändler, dem ausländerfeindliche Parolen an die Ladenfront geschrieben wurden. Ein Pastor berichtet über seine abgebrannte Kirche, eine Lehrerin über einen Mann, der ihre verkrüppelte Hand streichelt, oder ein junger Mann resümiert über seine Spielsucht. So wie alle unterschiedlich gelebt haben, so sind sie auch unterschiedlich gestorben. Die Gemüsehändlerin vermisste niemand, als sie schon einige Tage tot in ihrer Wohnung gelegen hatte, eine Gruppe Jugendlicher verursacht unter Alkoholeinfluss einen Autounfall, ein anderer Bewohner begeht Selbstmord. - Der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler stellt in seinem neuesten Roman (internationaler Romanerfolg "Ein ganzes Leben", BP/mp 14/690) einen Mikrokosmos einer Kleinstadt mit ganz normalen "kleinen" Leuten vor, die über Dinge berichten, die sie im Leben getan haben oder gerne getan hätten. In seiner schlichten, auf den Punkt gebrachten Erzählweise schreibt der Autor kurz und prägnant und baut Verbindungen zu einigen Personen und Handlungen auf, andere wiederum lässt er offen. So ergeben sich nach und nach Zusammenhänge. Es ist ein leises Buch mit rührenden, alltäglichen und skurrilen Schicksalen und allen Büchereien ans Herz gelegt.
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Susanne  Steufmehl
Buchberatung
Sankt Michaelsbund
Was wäre, wenn Grabsteine reden könnten? Der österreichische Schauspieler Robert Seethaler wagt einen „Feldversuch“ und erzählt die Geschichte der fiktiven Kleinstadt Paulusstadt, indem er die Verstorbenen zu Wort kommen lässt. In seiner klaren, gelassenen Sprache lässt er aus den einzelnen Geschichten einen leisen, eindringlichen Roman entstehen.

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

Seethaler, Robert
Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane "Der Trafikant" (2012) und "Ein ganzes Leben" (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

"'Das Feld' ist ein in seiner Vielstimmigkeit riskantes Buch. Es ist nicht leicht zu lesen, auch wenn es aus einfachen Sätzen und überschaubaren Geschichten besteht. Das liegt an der Konstruktion, in der sich die Zusammenhänge erst nach und nach ergeben. Ist man aber erst einmal darin angekommen, trägt allein der poetische Ton, den Seethaler findet, seine Sanftheit, seine Gelassenheit und die stille Schönheit des gelebten Lebens. Und für jede Figur findet er eine eigene Sprache." Jörg Magenau, Deutschlandfunk Kultur, 04.06.18

"Robert Seethaler ist der große Zimmermann der deutschsprachigen Literatur." Philipp Haibach, Die Welt, 03.06.18

"Robert Seethalers Beobachtungsgabe ist auch eine Erfindungsgabe. In 'Das Feld' denkt er sich einige ganz schön abenteuerliche Dinge aus, in den kleinen Leben stecken große Geschichten, und von Paulstadt gibt es Verbindungen in alle Welt." Bert Rebhandl, Der Standard, 02.06.18

"Dieser leise Autor kann Stille und das Ende beschreiben, wie niemand
sonst ... Seethaler ist ein Meister der unsentimentalen Einfachheit, des Augenblicks, des Ephemeren, alles schwebt, alles ist leicht, auch das Schwere, und alles geht zu Ende, irgendwann, irgendwie, und dazwischen leben wir unsere Leben." Elke Heidenreich, Focus, 02.06.18

"So einfach sich dieser Roman darstellt, schüchtern fast: ich bin ja nichts Besonderes. So schön ist dieses Netz gestrickt worden, das über die Menschheit geworfen wird." Peter Pisa, Kurier, 02.06.18

"Formvollendet. Mit seiner schnörkellosen, poetischen Sprache schafft Seethaler es, jedem Lebensentwurf seine Berechtigung zu geben. Verlust, Liebe, Hoffnung und Einsamkeit - die Emotionen der Menschen so unpathetisch präzise zu beschreiben ist große Kunst, die Seethaler mit seinem genauen Blick meisterhaft beherrscht." ZDF Aspekte, 01.06.18
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