Bösland

Thriller

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Ein weiterer temporeicher, brutaler Thriller des bekannten Tirolers.
Im Bösland, dem Dachboden des elterlichen Hofes, findet der junge Ben, Protagonist und Ich-Erzähler, seinen Vater, der ihn jahrelang ebendort gequält hat, tot auf; dort verbringt er viel Zeit mit seinem einzigen Freund, mit bösen bzw. verbotenen Dingen, und dort wird auch seine Jugendliebe unglaublich brutal erschlagen; scheinbar von ihm, er weiß es nicht. Nach Jahren in der Psychiatrie gelingt es ihm, ein weitgehend normales Leben zu führen, bis er auf der Suche nach seiner Erinnerung eine alte Filmaufnahme findet, die das tatsächliche Mordgeschehen zeigt. Ben sucht den wirklichen Mörder, nämlich den früheren Freund auf, wohl in der Hoffnung, dass dieser sich mit ihm gemeinsam der Vergangenheit stellen würde, seine Schuld, auch an ihm, erkennen und irgendwie wiedergutmachen würde. So ganz weiß er wohl selbst nicht, was er will, denn der Freund entpuppt sich von Anbeginn als falsch, herablassend, skrupellos und gefährlich. - Durch die sehr kurzen Kapitel, durch den Wechsel zwischen reiner Dialogform und Rückblenden wirkt der Roman enorm temporeich. Zu Beginn liest man durchaus gespannt von diesem einsamen, körperlich und seelisch leidenden Jungen, von dem jungen Mann, der Angst vor sich selbst hat und seinem Trauma Mithilfe einer Psychologin auf den Grund gehen will. Umso enttäuschender gestaltet sich der weitere Verlauf: Der sich selbst als unfassbar naiv reflektierende Ben, der superreiche, skrupellose, grausame Freund mit seiner wunderschönen, von ihm völlig abhängigen thailändischen Frau, die dann auch noch Bens Liebe erwidert ... die Figuren erstarren zu Klischees. Beim Lesen könnte der Eindruck entstehen, dass Aichner hier lediglich routiniert sein handwerkliches Können abruft, und es damit derart übertreibt, dass es fast schon irritierend ist: Immer wieder werden Emotionen geweckt und Spannung aufgebaut, die sich im Nichts verlieren. Beispielhaft für diese Effekthascherei wären Sätze wie "Ein feiges Schwein war ich", "Es war Mittag in meinem verschissenen Leben", "In Wahrheit war es das Ende" oder gar "Deshalb nahm ich den Gürtel und legte ihn mir um den Hals". Insgesamt ein mir wenig überzeugend scheinender Thriller, der aber flott lesbar ist und sicher gern ausgeliehen wird.

Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Ein dreizehnjähriger Junge schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Der Junge von damals mordet wieder ...

Aichner, Bernhard
Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung.

"Schwebt wie ein Schmetterling, das Buch, und schlägt zu wie Muhammad Ali." Die Welt
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