Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel

September 1944 - Januar 1945

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Bewegende Briefe aus einer dunklen Zeit.
Am 23. Januar 1945 wurde Helmuth James Graf von Moltke von den Nationalsozialisten hingerichtet. Er selbst schreibt über die Gründe, die zu seinem Tod führten: "Wir haben nur gedacht ... Und vor den Gedanken ... hat der N. S. eine solche Angst, dass er alles, was damit infiziert ist, ausrotten will." Und in einem anderen Brief: "Es ist sozusagen ein Todesurteil mit 3-." Vorausgegangen war eine einjährige Haft, zuerst im Konzentrationslager Ravensbrück, dann, seit September 1944, im Strafgefängnis Tegel. Der evangelische Gefängnispfarrer Harald Poelchau hatte die heimlich verfassten Liebesbriefe unter Einsatz seines Lebens in bzw. aus dem Gefängnis geschmuggelt. Nun liegen diese einzigartigen Dokumente - übrigens die letzten noch unveröffentlichten Briefe des Paares - in Buchform vor. Für die am Neujahrstag 2010 gestorbene Freya von Moltke waren diese Briefe zu persönlich, um ihrer Offenlegung noch zu Lebzeiten zustimmen zu können; glücklicherweise hatte sie jedoch eine posthume Publikation erlaubt. Im Angesicht des unvermeidlichen Todes geschrieben und nichts beschönigend, sind es tief bewegende Dokumente inniger Liebe, gelebten Glaubens und aufrechter Gesinnung, die zu Herzen gehen und in keiner Bücherei fehlen sollten.

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime.

Berlin Tegel, im Herbst 1944: Der 37 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof - und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Lage in Kreisau, die Situation im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand und um Wege zur Rettung. "Ich habe keine Furcht vor d
em Tod, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben", schreibt Helmuth James. "Ich werde alt und anders werden, deshalb muss ich Dich in mir tragen und mit Dir leben", antwortet Freya.

Zu den Herausgebern:

Helmuth Caspar von Moltke, geb. 1937, ist der älteste Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke.

Ulrike von Moltke, geb. 1944, ist eine Tochter des Widerständlers Hans Bernd von Haeften und war mit Konrad von Moltke, dem jüngeren Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke, verheiratet.

Helmuth James Graf von Moltke, geboren 1907 im kleinen Dorf Kreisau/Schlesien, geboren, studierte Rechtswissenschaften und wurde aufgrund seiner engagierten Opposition gegen den Nationalsozialismus (er war der Gründer des 'Kreisauer Kreises') 1945 zum Tode verurteilt.
Dr. jur. Freya von Moltke, geb. 1911 in Köln, Studium der Jura, Promotion 1935 an der Humboldt Universität zu Berlin. 1931 Heirat mit Helmuth J. von Moltke, der 1945 als Mitglied des 'Kreisauer Kreises' hingerichtet wurde. Seit 1960 lebt sie in Vermont, USA. Auszeichnung mit dem Geschwister-Scholl-Preis.
Ulrike von Moltke, geboren 1944, ist eine Tochter des Widerständlers Hans Bernd von Haeften und war mit Konrad von Moltke, dem jüngeren Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke, verheiratet.
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