Es wird wieder Tag

Roman
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Buchprofile - Rezension
Vielschichtiger Roman über eine junge Frau, Überlebende des Holocaust.
Im von Deutschen besetzten Polen gelingt der vierzehnjährigen Klara mit Hilfe ihrer Eltern die Flucht aus dem Ghetto. Bei einer Verwandten auf dem Land findet sie eine erste Zuflucht, wird aber von dieser betrogen und schwer enttäuscht. Immerhin erhielt sie die Adresse einer christlichen Familie, bei der das jüdische Mädchen für eine Weile arbeitend, buckelnd, täuschend untertauchen kann. Schließlich fliegt sie auf und nach weiteren traumatischen Erlebnissen landet sie schließlich in einem Arbeitslager. Hier wird das Leben zur Hölle; vor allem eine Aufseherin, von den Häftlingen Liliput genannt, ist für die Frauen eine ständige Qual. Nach Kriegsende landet sie in einem DP-Lager, trifft dort auf Leon, einen jüdischen Polen, der in Polen Fuß zu fassen trachtete, sich aber Ressentiments der Bevölkerung ausgesetzt sah und in den Westen ging. Leon ist ein Lebenskünstler, der sich vor allem mit Aktivitäten auf dem Schwarzmarkt durchschlägt. Klara und Leon heiraten und 1947 kommt das Kind, genannt Bärel auf die Welt. Als Klara bei einem Spaziergang in einem Frankfurter Park die ehemalige Aufseherin Liliput erkennt, schlägt das Grauen und das Trauma wieder durch. - Die Autorin hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Siegmund-Freud-Institut über "Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit" geforscht. Ein sehr lesenswertes Buch, das trotz mancher Gräuelschilderungen nicht zu dramatisch ausfällt. Für alle Büchereien bestens geeignet.
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Artikelbeschreibung

Deutschland nach 1945: Klara und Leon haben überlebt - mit der Geburt ihres Sohnes Bärel wollen sie die Erinnerungen an Lager, Flucht und Verfolgung hinter sich lassen und ein neues Leben beginnen. Doch eine erschütternde Begegnung zwingt Klara, die dunklen Kapitel erneut aufzuschlagen.Eisblumen am Fenster sind der einzige Schmuck bei der Trauung von Klara und Leon Bromberger im Januar 1946. Eine Feier ohne Familie, Klara und Leon sind die einzigen Überlebenden, nur eine goldene Armbanduhr ist als Andenken geblieben. Mit der Geburt ihres Sohnes Bärel - er ist das erste jüdische Kind seit Kriegsende, das in Frankfurt in einem katholischen Krankenhaus geboren wird - soll die Zeit endlich vorwärtslaufen. Doch dann, bei einem Spaziergang im Park, trifft es Klara wie ein Schlag: In einer kleinen, sichtlich schwangeren Frau erkennt sie Liliput, ihre ehemalige Oberaufseherin im KZ. Klara steht unter Schock, hört auf zu sprechen und Bärel zu versorgen. Ihr Mann ist verzweifelt, er sieht nur einen Ausweg: »Schreibe, Klara, schreibe. Bann das Böse auf Papier! Fessele es mit deinen Worten!« Und Klara wagt den Blick in den Abgrund, zurück ins Leben. Sie schreibt: über das elegante Schuhgeschäft ihres Vaters, die hübsche Pescha, das Ghetto Zamosc und den hastigen Abschied von ihren Eltern, die Flucht, die seltsam blitzenden Augen der alten Piasecki, die verführerisch schöne Hanka und ihre Arbeit im Kasino in Radom, der Höhle des Löwen, über das Lager und Marthas glockenhelles, unvergessliches Ave-Maria - und über die zierliche, eiskalte Oberaufseherin mit der Kinderstimme, die sie Liliput nannten. In »Es wird wieder Tag« erzählt Minka Pradelski die zutiefst tragische und berührende Geschichte von Klara, verbindet sie mit Bärels ebenso allwissendem wie frechem Säuglingsblick auf die Welt und dem rauen, zupackenden Temperament Leon Brombergers zu einem bewegenden Panorama. Kenntnisreich und mit viel Feingefühl leuchtet Pradelski die Zwischenwelt aus, in der sich ihre Figuren in der Nachkriegszeit befinden: Dem Tod genauso nah wie dem Leben, ringen sie um eine Zukunft.»Wie meisterhaft Minka Pradelski über dieses Kapitel der Geschichte schreibt, ist große Kunst auf dünnem Eis. Sie kann das, und sie darf das! Ein ganz wunderbares Buch, ich bin mehr als begeistert.« Iris Berben

Produktsicherheit

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Anschrift: Arndtstraße 11|60325|Frankfurt am Main|DE
Kontakt: literatur@fva.de

Personeninformation

Minka Pradelski, 1947 als Tochter Überlebender im DP-Camp Zeilsheim geboren, studierte Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Clemens de Boor im Sigmund-Freud-Institut an dem Projekt »Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit«. Darüber hinaus war sie viele Jahre ehrenamtlich für die USC Shoah Foundation tätig. Sie lebt in Frankfurt am Main. Nach ihrem erfolgreichen Roman »Und da kam Frau Kugelmann« folgt mit »Es wird wieder Tag« ein wichtiges Buch über ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Zeitzeugen schwinden.

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