Nicht wirklich

Ein Roman
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Buchprofile - Rezension
Im weiten Feld der Möglichkeiten: Jens Sparschuh schreibt einen heiteren Campusroman.
Eigentlich ist es ein armer Tropf, von dem Jens Sparschuh da in seinem neuen Roman erzählt: ein Privatdozent für Philosophie, der sich nach der Abwicklung seiner Sektion mit Vertretungsprofessuren und Volkshochschulkursen durchschlägt. Die Lesenden lernen ihn kennen, als er wieder einmal neben sich steht und sich selbst bei der montagsabendlichen Vorlesung reden hört. Das ist wiederum ebenso erheiternd wie erhellend, denn Dr. Anton Lichtenau, so heißt der Dozierende, spricht über Hans Vaihinger. Und der hat 1911 eine Philosophie des Als-Ob entwickelt, von der sich sein Elève offenbar eine gute Scheibe abgeschnitten hat, denn er traktiert seine Studierenden nicht nur mit dem feinen Unterschied zwischen Hypothese und Fiktion, sondern fühlt sich auch selbst pudelwohl in Wunschträumen, erfundenen Erinnerungen und Fantasielebensläufen. Das gilt in der akademischen Welt ebenso wie in der privaten, die er mit einer Lektorin für ziemlich kitschige Arztromanhefte teilt. Jens Sparschuh schickt die Lesenden auf einen Weg in einen alternativen Lebenslauf, der seinen Helden nicht mehr ins akademische Prekariat, sondern nach Russland verschlägt und zu einem einträglichen Geschäftsmodell bringt, dem „Modell P.“. Es besteht darin, sich als blinder Passagier bei einer Trauerfeier einzuschleusen, indem man so tut, als ob man den Verstorbenen von früher kennen würde. Ein heiteres und zum Nachdenken anregendes Buch über die Kraft der Fiktion und die Kunst, im weiten Feld der Möglichkeiten eines besseren Lebens zu navigieren. Sehr empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Jens Sparschuh unternimmt in seinem neuen Roman eine faszinierende Abenteuerreise ins Zwischenreich von Realität, Erinnerung und Imagination und begibt sich auf die Spuren eines vergessenen Philosophen: Hans Vaihinger. 

»Die Wahrheit ist nur der zweckmäßigste Irrtum.« So behauptete es Vaihinger in seinem Hauptwerk »Die Philosophie des Als ob « . Hundert Jahre später fragt sich Dr. Anton Lichtenau, Privatdozent für Philosophie, aus wie vielen zweckmäßigen Irrtümern sein eigenes Leben bestanden hat. Ein unvorhergesehenes Ereignis auf dem Weg zur Vorlesung hat ihn völlig durcheinandergebracht. Während die Studierenden sich in der Abschlussklausur an einer Interpretation von Vaihingers Thesen versuchen, richtet er den Blick zurück. War es Zufall, dass er wegen mangelnder Russischkenntnisse nicht in Leningrad, wie es vorgesehen war, studierte, sondern in Berlin? In diesem anderen, seinem  nicht  gelebten Leben, hätte er Claudia nicht kennengelernt, die ihn dann auch nicht hätte verlassen können, und ... Je tiefer Lichtenau ins Labyrinth seiner Was-wäre-gewesen-wenn-Erwägungen eindringt, desto mehr verliert er den festen Boden bisheriger Gewissheiten unter den Füßen.

Ein ebenso erhellender wie federleichter Roman über eine Grundformel menschlichen Denkens und die Kraft von Fiktionen.

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