Dich gibt es nicht, wenn ja, dann komm!

Gott in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
24,90 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Von der Ferne und der Nähe Gottes in der Literatur: Hermann Wohlgschaft folgt auf faszinierende Weise den religiösen Spuren und Leuchtziffern in der Gegenwartsliteratur.
Wie reden Schriftsteller von Gott? Diese Ausgangsfrage von Hermann Wohlgschaft, der Pfarrer ist, hat indes weniger mit Konfession und Religion zu tun, vielmehr mit der Art und Weise, wie Gott in Romanen und Gedichten zur Sprache kommt. Und da gibt es hochinteressante Unterschiede, Abstufungen, Widersprüche, manchmal intendierte, denen sich Wohlgschaft in bündigen Kapiteln über 50 Autorinnen und Autoren widmet. Elias Canettis und Zsuzsa Bánks Feldzügen gegen den Tod stehen Bodo Kirchhoffs Mysterium des künstlerischen Lebens, Patrick Roths und Thomas Hürlimanns Auferweckungsfiguren, Martin Mosebachs Samariterfigur gegenüber. Der Autor beschreibt Martin Walsers und Siegfried Lenz‘ Spätberufung zu religiösen Themen im Schreiben. Das Kapitel zu Günter Grass hätte angesichts der Konstanz des ungläubigen Katholizismus im Werk des Nobelpreisträgers durchaus länger ausfallen können. Überzeugend wird erläutert, welche Rolle die Liturgie bei Ulla Hahn, das religiöse Ritual bei Elke Heidenreich, die Bibel in den Romanen von Ralf Rothmann, der Engel in Christian Lehnerts Lyrik, die Marienkapelle im Kölner Dom für Hanns-Josef Ortheil spielt. Wozu Daniel Kehlmann ehrliche Gottsucher neben Zweifler und Atheisten stellt. Was Michael Köhlmeier aus der Heiligenlegende macht, wie Petra Morsbach von Priestertum und Zwangszölibat erzählt, wie die Menschen Gott anschauen (bei Peter Handke und Felicitas Hoppe), warum der Himmel für Sibylle Lewitscharoff offen und der Mensch für Arnold Stadler erlösungsbedürftig ist. Und weshalb Lutz Seiler Gott schlafen oder lachen lässt. Die Ausführungen sind kundig und kurz, Einladungen zum Wieder- und Weiterlesen. In der Literatur, so scheint es, kommt weder ein Katechismusgott noch ein Lückenbüßergott zu Wort. Eher ist Gott für die Schreibenden, die wie Iris Wolff davon überzeugt sind, dass Gott ein Gegenüber braucht, ein „glückliches Geheimnis“ (Arno Geiger). – Allen Beständen empfohlen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

»Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn.« Dieser Beginn in Julian Barnes' Roman 'Nichts, was man fürchten müsste' könnte als Motto für weite Teile der deutschen Gegenwartsliteratur gelten. Als katholischer Theologe sucht Hermann Wohlgschaft nach Spuren der Transzendenz, nach Leuchtzeichen des Göttlichen, in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sein zentrales Anliegen ist der theologische Dialog mit poetischen Texten. Mit den sehr unterschiedlichen Gottesbildern in den Werken zahlreicher prominenter Autoren und Autorinnen setzt er sich intensiv auseinander und kommt zu einem spannenden Ergebnis.

Produktsicherheit

Hersteller: Echter
Anschrift: Dominikanerplatz 8
DE-97070 Würzburg
Kontakt: info@echter.de

Personeninformation

Hermann Wohlgschaft, Dr. theol., geboren 1944; seit 1974 Priester der Diözese Augsburg (Kaplan, Sekretär bei Bischof Josef Stimpfle, Studentenpfarrer, Stadtpfarrer, Klinikpfarrer); von 2002 bis 2015 Leiter der Klinikseelsorge in Günzburg.
Mehr von Wohlgschaft, Hermann

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.