Beten mit Kindern

Das Vater unser

Das Vater unser ist das grundlegende Gebet, das Christen miteinander beten. In der Bergpredigt im Matthäusevangelium ist es überliefert: Jesus gibt hier den Auftrag „so sollt ihr beten“ (Mt 6,9). Im Lukasevangelium findet sich der Text un die Rahmenerzählung in anderer Form: Jesus betet dort zuerst selbst und dann bitten ihn die Jünger: „Herr lehre uns beten.“ (s. 17. Sonntag im Lesejahr C)
Kinder lernen beten im Nachsprechen, im Mitbeten. Das Vaterunser ist von Inhalt und Sprache ein Gebet für Erwachsene. Auch im Kleinkindergottesdienst beten es zuerst die anwesenden Erwachsenen, die Kinder sind mit hinein genommen in diesen religiösen Vollzug der Erwachsenen. Im Laufe der Zeit sprechen sie es mit und gehören dann auch über das Mitvollziehen dazu. Dabei wird erst sehr viel später der Inhalt bewusst.
Bei anderen Gebetsformen: dem Kyrie, den Fürbitten, dem Dankgebet oder auch der Klage vollzieht sich das Gebet als persönliches Wort, das an Gott gerichtet ist. Diese Gebete sollen so formuliert sein, dass die Kinder sie verstehen und mitvollziehen können. Dabei lernen sie das individuelle Gebet zu Gott. Im Abendgebet oder im familiären Gebet werden sich beide Formen finden: Ein persönliches Gebetsanliegen und eine gemeinsame Form, wie wir sie u.a. im Tischgebet oder im Abendgebet kennen.